{"id":931,"date":"2016-05-31T22:59:45","date_gmt":"2016-05-31T20:59:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=931"},"modified":"2019-05-15T17:30:58","modified_gmt":"2019-05-15T15:30:58","slug":"suess-fuer-den-gaumen-sinnvoll-fuer-die-natur","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=931","title":{"rendered":"S\u00fc\u00df f\u00fcr den Gaumen, sinnvoll f\u00fcr die Natur"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_932\" aria-describedby=\"caption-attachment-932\" style=\"width: 1500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Biene2b.jpg\" rel=\"attachment wp-att-932\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-932\" src=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Biene2b.jpg\" alt=\"Immer mit der Ruhe: Imkermeister Holger Kretzschmar demonstriert den Kursteilnehmern, worauf sie bei der Kontrolle der Waben achten m\u00fcssen. Wer nicht gestochen werden will, sollte dabei keine Hektik aufkommen lassen. Foto: Ulrike Havermeyer \" width=\"1500\" height=\"1090\" srcset=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Biene2b.jpg 1500w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Biene2b-300x218.jpg 300w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Biene2b-768x558.jpg 768w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Biene2b-1024x744.jpg 1024w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Biene2b-1200x872.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-932\" class=\"wp-caption-text\">Immer mit der Ruhe: Imkermeister Holger Kretzschmar demonstriert den Kursteilnehmern, worauf sie bei der Kontrolle der Waben achten m\u00fcssen. Wer nicht gestochen werden will, sollte dabei keine Hektik aufkommen lassen. Foto: Ulrike Havermeyer<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"intro\" style=\"line-height: 16.9pt;\"><b><span style=\"font-size: 10.5pt; font-family: 'Arial','sans-serif'; color: #222222;\">Der Natur und sich selbst etwas Gutes tun? Immer mehr Menschen entdecken die Imkerei als Hobby. Der Gedanke, eine bunte Artenvielfalt erhalten zu helfen und gleichzeitig leckeren Honig zu ernten, ist verlockend. Doch: Wie aufwendig ist die Bienenhaltung?<\/span><\/b><\/p>\n<p style=\"line-height: 16.9pt;\"><span style=\"font-size: 10.5pt; font-family: 'Arial','sans-serif'; color: #222222;\">W\u00e4hrend eines Ausflugs auf den zugestaubten Dachboden unserer alten Scheune habe ich einen betagten, aus Stroh geflochtenen Bienenkorb entdeckt. Uropa August, kl\u00e4rt mich die Verwandtschaft auf, sei ein begeisterter Imker gewesen. Ob vielleicht auch ich ein H\u00e4ndchen f\u00fcr die gefl\u00fcgelten Sonnenkinder habe? Um mehr \u00fcber den Umgang mit der Honigbiene zu erfahren, wende ich mich an Erwin Nubbemeyer, Vorsitzender des \u00f6rtlichen Imkervereins: \u201eIn der letzten Zeit haben wir auff\u00e4llig mehr und vor allem auch j\u00fcngere neue Mitglieder aufgenommen als in den Jahren davor\u201c, freut sich der erfahrene Bienenz\u00fcchter \u00fcber das wachsende Interesse am stacheligen Best\u00e4uber. <\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 16.9pt;\"><em><span style=\"font-size: 10.5pt; font-family: 'Arial','sans-serif'; color: #222222;\">Ein Staat in der Kiste<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"line-height: 16.9pt;\"><span style=\"font-size: 10.5pt; font-family: 'Arial','sans-serif'; color: #222222;\">Etwa 20 aktive Hobbyimker stellen derzeit in Lotte und Westerkappeln ihre sogenannten Magazinbeuten an den Waldr\u00e4ndern und Felds\u00e4umen auf: stapelbare K\u00e4sten aus Styropor oder Holz, in denen jeweils ein aus bis zu 40.000 Insekten bestehender Staat samt seiner K\u00f6nigin zuhause ist. \u201eWir helfen Anf\u00e4ngern gerne weiter\u201c, sagt Nubbemeyer. Aber wer sich umfassend informieren wolle, dem empfehle er, einen Schnupperkurs beim Bieneninstitut der Landwirtschaftskammer NRW in M\u00fcnster zu besuchen. \u201eWerner M\u00fchlen, der Leiter des Instituts, und sein Team vermitteln dort s\u00e4mtliche Grundlagen, die ein angehender Hobbyimker kennen sollte.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 16.9pt;\"><em><span style=\"font-size: 10.5pt; font-family: 'Arial','sans-serif'; color: #222222;\">\u00d6kologischer Auftrag<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"line-height: 16.9pt;\"><span style=\"font-size: 10.5pt; font-family: 'Arial','sans-serif'; color: #222222;\">Szenenwechsel: Die meisten der knapp 50 ambitionierten Bienenfreunde \u2013 vom Sch\u00fcler bis zum Rentner, von der Studentin bis zum Ingenieur, die sich wie ich f\u00fcr den \u201eSchnupperkurs Imkerei\u201c angemeldet haben, stehen ganz am Anfang ihres potenziellen neuen Hobbys: \u201eErst das Wissen, dann die Tat\u201c, formuliert Sven aus Wiesbaden seine Motivation. Bis aus Freiburg sind die Teilnehmer angereist, um sich von Institutsleiter Werner M\u00fchlen, Imkermeister Holger Kretzschmar und \u00d6kotrophologin Marlene Backer-Stru\u00df die Welt der vierfl\u00fcgeligen Nutztiere erkl\u00e4ren zu lassen. \u201eWir erleben zurzeit einen wahren Hype in der Imkerei\u201c, freut sich Biologe Werner M\u00fchlen. Denn egal, ob die k\u00fcnftigen Imker ihre Tiere im Vorgarten oder auf der Terrasse, in Obstwiesen, Kleingartensiedlungen oder an Ackerr\u00e4ndern halten \u2013 das Netz der flei\u00dfigen Pflanzenbest\u00e4uber wird immer dichter: \u201eWir Imker haben einen \u00f6kologischen Auftrag\u201c, ist M\u00fchlen \u00fcberzeugt, \u201eob wir das wollen oder nicht.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 16.9pt;\"><em><span style=\"font-size: 10.5pt; font-family: 'Arial','sans-serif'; color: #222222;\">Dezente Aggressivit\u00e4t<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"line-height: 16.9pt;\"><span style=\"font-size: 10.5pt; font-family: 'Arial','sans-serif'; color: #222222;\">Im Garten des Bieneninstituts wartet Holger Kretzschmar auf uns. Etwas sch\u00fcchtern postieren wir uns um den Imkermeister herum und sehen ihm dabei zu, wie er vorsichtig den Deckel seines Stocks l\u00fcftet und behutsam eine Wabe herausnimmt. \u00dcber uns surrt eine, dezente Aggressivit\u00e4t signalisierende, Wolke aus Stacheltr\u00e4gern. \u201eWer den Stress des Alltags nicht ablegt, kriegt auch das friedlichste Bienenvolk bissig\u201c, mahnt Kretzschmar. Also: flie\u00dfende Bewegungen, keine Hektik, keine Ersch\u00fctterungen. \u201eGestochen werden sie am Anfang nat\u00fcrlich trotzdem\u201c, verstr\u00f6mt er einen ern\u00fcchternden Realismus. \u201eVergewissern sie sich also vor ihrem Einstieg in die Imkerei unbedingt, dass sie nicht allergisch reagieren.\u201c <\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 16.9pt;\"><em><span style=\"font-size: 10.5pt; font-family: 'Arial','sans-serif'; color: #222222;\">Regelm\u00e4\u00dfige Kontrollen<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"line-height: 16.9pt;\"><span style=\"font-size: 10.5pt; font-family: 'Arial','sans-serif'; color: #222222;\">Etwa alle sieben Tage kontrolliert der Imker gewissenhaft jede Wabe in jeder seiner Bienenbeuten. Ist die Brut gesund? Haben sich auch keine Sch\u00e4dlinge eingeschlichen? Finden die Tiere noch ausreichend Pollen? \u201eAls Anf\u00e4nger k\u00f6nnen sie den Zustand der Waben allerdings nur schwer beurteilen\u201c, gibt der versierte Bienenkundler zu bedenken. Sein dringender Rat: Wer sich f\u00fcr die Imkerei entscheide, m\u00f6ge sich um einen erfahrenen Paten bem\u00fchen, der ihn die ersten Monate \u00fcber bei der Arbeit an der ge\u00f6ffneten Beute begleite.<\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 16.9pt;\"><em><span style=\"font-size: 10.5pt; font-family: 'Arial','sans-serif'; color: #222222;\">Die Vielfalt der Ernte<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"line-height: 16.9pt;\"><span style=\"font-size: 10.5pt; font-family: 'Arial','sans-serif'; color: #222222;\">Wer jetzt noch Zweifel hegt, kann sich bei \u00d6kotrophologin Marlene Backer-Stru\u00df vom lockenden Lohn der k\u00fcnftigen M\u00fchen \u00fcberzeugen lassen: Vom lieblichen Akazien- bis zum herben Heidehonig l\u00e4sst die Mitarbeiterin des Bieneninstituts uns die Vielfalt ihrer Ernte erschmecken. \u201eF\u00fcr die Produktion von 500 Gramm Honig haben die Bienen 2,5 Millionen Bl\u00fcten besucht\u201c, erkl\u00e4rt sie uns. Und somit auch daf\u00fcr gesorgt, dass diese Pflanzen best\u00e4ubt werden, Fr\u00fcchte tragen und sich ausbreiten.<\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 16.9pt;\"><em><span style=\"font-size: 10.5pt; font-family: 'Arial','sans-serif'; color: #222222;\">S\u00fc\u00df und sinnvoll<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"line-height: 16.9pt;\"><span style=\"font-size: 10.5pt; font-family: 'Arial','sans-serif'; color: #222222;\">Pers\u00f6nliches Fazit: S\u00fc\u00df f\u00fcr den Gaumen und sinnvoll f\u00fcr die Umwelt ist die private Bienenhaltung auf jeden Fall. Doch ob auch der Rest meiner Familie beim Anblick tausender, verteidigungsbereiter Insekten, die gesch\u00e4ftig durch den Garten schwirren, die Nerven beh\u00e4lt? Bevor wir in Uropa Augusts Fu\u00dfstapfen treten, werden wir uns daher noch einmal gemeinsam nach M\u00fcnster begeben: Am Samstag, 9. Juli, l\u00e4dt das Team vom Bieneninstitut zu einem Tag der offenen T\u00fcr ein.<\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 16.9pt;\"><em>(Erschienen in: Neue Osnabr\u00fccker Zeitung, 25.05.2016; Westf\u00e4lische Nachrichten, 25.05.2016)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Natur und sich selbst etwas Gutes tun? Immer mehr Menschen entdecken die Imkerei als Hobby. Der Gedanke, eine bunte Artenvielfalt erhalten zu helfen und gleichzeitig leckeren Honig zu ernten, ist verlockend. 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