{"id":422,"date":"2015-11-11T07:55:03","date_gmt":"2015-11-11T06:55:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=422"},"modified":"2016-03-16T15:28:09","modified_gmt":"2016-03-16T14:28:09","slug":"hausputz-bei-erdkroete-grasfrosch-und-co","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=422","title":{"rendered":"Hausputz bei Erdkr\u00f6te, Grasfrosch und Co"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_423\" aria-describedby=\"caption-attachment-423\" style=\"width: 714px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/ANTL1wp.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-423\" src=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/ANTL1wp-1024x519.jpg\" alt=\"Abenteuer am Amphibienteich: Die jugendlichen Natursch\u00fctzer der ANTL sorgen gemeinsam mit Friedhelm Scheel, J\u00f6rg Lehmk\u00fchler und tatkr\u00e4ftiger Unterst\u00fctzung aus der Konfirmandengruppe daf\u00fcr, dass der Lebensraum von Erdkr\u00f6te, Grasfrosch und Co. erhalten bleibt. Foto: Ulrike Havermeyer\" width=\"714\" height=\"362\" srcset=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/ANTL1wp-1024x519.jpg 1024w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/ANTL1wp-300x152.jpg 300w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/ANTL1wp-1200x608.jpg 1200w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/ANTL1wp.jpg 2000w\" sizes=\"(max-width: 714px) 100vw, 714px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-423\" class=\"wp-caption-text\">Abenteuer am Amphibienteich: Die jugendlichen Natursch\u00fctzer der ANTL sorgen gemeinsam mit Friedhelm Scheel, J\u00f6rg Lehmk\u00fchler und tatkr\u00e4ftiger Unterst\u00fctzung aus der Konfirmandengruppe daf\u00fcr, dass der Lebensraum von Erdkr\u00f6te, Grasfrosch und Co. erhalten bleibt. Foto: Ulrike Havermeyer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die derben Wanderstiefel angezogen. Arbeitshandschuhe nicht vergessen. Und nat\u00fcrlich: Eine dicke Jacke \u2013 es ist ja schlie\u00dflich November. Jetzt aber nichts wie los, denn ich bin zu zeitiger Morgenstunde mit der Naturschutzjugend der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Tecklenburger Land (ANTL) verabredet: An einem abgelegenen Amphibient\u00fcmpel in der Bauerschaft Sennlich mitten in einem verwaldeten Geb\u00fcsch treffe ich Henrike und Katja, Simon, Malte und Hannes. Ihre roten Schutzhelme leuchten mir durchs Unterholz entgegen.<\/p>\n<p><em>&#8222;Ein nat\u00fcrlicher Prozess&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Ohne die Hilfe der Jugendlichen w\u00e4ren Grasfrosch, Erdkr\u00f6te und Co. auf der kleinen Parzelle der evangelischen Kirchengemeinde ziemlich aufgeschmissen. \u201eDas ist ein ganz nat\u00fcrlicher Prozess, dass das hier alles wieder zuw\u00e4chst\u201c, schnauft Friedhelm Scheel, stellt die Motors\u00e4ge ab, befreit sein Gesicht vom Visier des Helmes und k\u00e4mpft sich \u00fcber herumliegende \u00c4ste und Zweige bis zu seinen Leuten durch. \u201eAber f\u00fcr die Amphibien ist das problematisch\u201c, erl\u00e4utert der versierte Leiter der engagierten Truppe. Denn die aufschie\u00dfenden Pappeln und Birken sorgen f\u00fcr ungewollten Schattenwurf auf der Oberfl\u00e4che des beschaulichen T\u00fcmpels. Die Folgen: Das Wasser erw\u00e4rmt sich nicht mehr so schnell, was die Entwicklung des Frosch- und Kr\u00f6tenlaichs im Fr\u00fchjahr beeintr\u00e4chtigt. Zudem wirkt das herabfallende Laub wie ein l\u00e4stiges D\u00fcngemittel auf den gesch\u00fctzten Lebensraum: Ein langfristiges Zuviel an N\u00e4hrstoffen h\u00e4tte zur Folge, dass sich Algen und andere Pflanzen unkontrolliert vermehren. Dadurch w\u00fcrde das empfindliche Gleichgewicht des kleinen Gew\u00e4ssers gest\u00f6rt und der Weiher wom\u00f6glich nach und nach verlanden.<\/p>\n<p><em>Handwerkliches Knowhow<\/em><\/p>\n<p>\u201eAaaaaachtung \u2013 Baum f\u00e4llt!\u201c Stille. Scheels ANTL-Kollege J\u00f6rg Lehmk\u00fchler \u00e4ugt skeptisch zur Spitze einer etwa zehn Meter hohen Pappel hinauf, deren Stamm er gerade sauber vom Stumpf getrennt hat. Schweigende Unbewegtheit. \u201eBaum f\u00e4llt doch nicht.\u201c Henrike Feldk\u00e4mper (18 Jahre) und Katja Weber (17), Simon Oberbeckmann (16), Malte Bergmann (14) und Hannes Veerkamp (18) nicken einander zu. Manche von ihnen ziehen schon seit vier Jahren mit Friedhelm Scheel durch die W\u00e4lder und Moore, Obstwiesen und Vogelbrutgebiete der Region \u2013 und haben dabei jede Menge Kenntnisse \u00fcber \u00f6kologische Zusammenh\u00e4nge, aber auch ein ger\u00fcttelt Ma\u00df an handwerklichem Knowhow angesammelt: Einem erfahrenen Natursch\u00fctzer ist nur noch Weniges fremd. In weiser Voraussicht haben die F\u00fcnf, noch bevor J\u00f6rg Lehmk\u00fchler seine Motors\u00e4ge angesetzt hatte, ein Seil um den Baumstamm gelegt. \u201eZuuuu \u2013 gleich!!!\u201c Mit vereinten Kr\u00e4ften ringen wir den h\u00f6lzernen Froschbeschatter in die Waagerechte nieder: Krawumms!<\/p>\n<p><em>Sicher ist sicher<\/em><\/p>\n<p>Jeder Handgriff zeugt von Routine: Simon und Hannes platzieren den \u201eLock Jack\u201c unter dem Stamm, damit sich das Holz ein gutes St\u00fcck vom Boden hebt \u2013 so kann J\u00f6rg Lehmk\u00fchler es besser in handliche St\u00fccke zerkleinern: Brennmaterial f\u00fcr den Grundst\u00fccksbesitzer. W\u00e4hrend Henrike das Seil bereits an der n\u00e4chsten Birke befestigt \u2013 sicher ist sicher, stapeln ihre Mitstreiter die dickeren Scheite am Rand der Parzelle auf. \u201eNaturschutz bedeutet oft auch harte Arbeit\u201c, sagt Katja und betrachtet die rund zwanzig jungen B\u00e4ume, die dem Amphibient\u00fcmpel allein auf dessen S\u00fcdseite noch immer zu Leibe r\u00fccken. Ich sp\u00fcre, wie das warme Blut unter meinen ger\u00f6teten Wangen pulsiert und bekunde kurzatmig meine Zustimmung. \u201eAber wir w\u00fcrden es ja nicht tun, wenn es uns nicht gleichzeitig so viel Spa\u00df machen w\u00fcrde\u201c, betont die 17-J\u00e4hrige.<\/p>\n<p><em>Erfolgreiche Nachwuchsaquise?<\/em><\/p>\n<p>Als sich nur noch das \u00fcppige Gerippe der Pappelkrone im Laub t\u00fcrmt, ist das der Einsatz f\u00fcr Max Richter (12) und Nika Pohlmann (13) \u2013 ihres Zeichens Konfirmanden und J\u00e4ger. J\u00e4ger? Die beiden emsigen \u201eSch\u00f6pfungssch\u00fctzer\u201c wischen sich den Schwei\u00df von der Stirn und erkl\u00e4ren dann: \u201eWir sind auf der Jagd nach Stempeln f\u00fcr unseren Konfirmanden-Pass.\u201c Friedhelm Scheel nickt anerkennend: \u201eDie Jungs machen prima mit \u2013 und kriegen ihr soziales Engagement selbstverst\u00e4ndliche best\u00e4tigt.\u201c Worin besteht ihre Aufgabe? Max und Nika deuten keuchend auf einen beachtlichen Totholzstapel im Hintergrund. \u201eWir schichten die kleineren Zweige, die sich nicht als Brennholz eignen, zu einer Hecke auf \u2013 als Unterschlupf f\u00fcr die Tiere.\u201c Ist ein Ast zu sperrig, schnappen sie sich eine der Hands\u00e4gen. Ab und zu klappt Friedhelm Scheel sein Visier hoch, sieht den beiden aus einiger Entfernung zu \u2013 und l\u00e4chelt zufrieden: Etwa ein Fall von erfolgreicher Nachwuchsakquise f\u00fcr den regionalen Umweltschutz?<\/p>\n<p><em>(Erschienen in: Neue Osnabr\u00fccker Zeitung, 11. 2014; Westf\u00e4lische Nachrichten, 11. 2014)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die derben Wanderstiefel angezogen. Arbeitshandschuhe nicht vergessen. Und nat\u00fcrlich: Eine dicke Jacke \u2013 es ist ja schlie\u00dflich November. 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