{"id":4197,"date":"2019-11-24T00:11:04","date_gmt":"2019-11-23T23:11:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=4197"},"modified":"2019-11-24T00:11:04","modified_gmt":"2019-11-23T23:11:04","slug":"bringt-ein-delfin-den-wirbelwind-zur-ruhe","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=4197","title":{"rendered":"Bringt ein Delfin den Wirbelwind zur Ruhe?"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_4198\" aria-describedby=\"caption-attachment-4198\" style=\"width: 2000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Sarah1b.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-4198\" src=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Sarah1b.jpg\" alt=\"\" width=\"2000\" height=\"1333\" srcset=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Sarah1b.jpg 2000w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Sarah1b-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Sarah1b-768x512.jpg 768w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Sarah1b-1024x682.jpg 1024w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Sarah1b-1200x800.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 2000px) 100vw, 2000px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4198\" class=\"wp-caption-text\">Wenn Sarah zuhause in der Wohnung ist, tobt sie am liebsten in ihrer Nestschaukel herum. Foto: Ulrike Havermeyer<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Man merkt es sofort \u2013 an ihrem wachen Blick, an ihrem offenen L\u00e4cheln: In der neunj\u00e4hrigen Sarah wirbeln Temperament und Lebensfreude munter durcheinander. An manchen Tagen passen so viel Energie und Bewegungsdrang einfach nicht hinein in einen einzigen Kinderk\u00f6rper. Dann ist der Druck kaum auszuhalten&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Nicht nur f\u00fcr Sarah selbst, sondern auch f\u00fcr ihre zwei Br\u00fcder und ihre alleinerziehende Mutter. Eine Delfintherapie k\u00f6nnte Sarah helfen, zur Ruhe zu kommen, sagen ihre \u00c4rzte und Betreuer, und die Familie entlasten. Doch dazu brauchen die Wichmanns aus Neuenkirchen 13.500 Euro. Sarahs Mutter Karin hat sich nun auf die Suche nach Sponsoren und Unterst\u00fctzern f\u00fcr das Projekt gemacht.<\/p>\n<p><em>Familienleben mit lilafarbenem Blitz<\/em><\/p>\n<p>Viertel vor vier am Nachmittag \u2013 die Wohnzimmert\u00fcr fliegt auf, ein lilafarbener Blitz schie\u00dft durch den Raum und landet zielsicher im Zentrum der Nestschaukel. Heftige Turbulenzen ersch\u00fcttern den schwebenden Kokon. Der Blitz lacht laut auf. Karin Wichmann sieht ihre Tochter an: \u201eNicht ganz so wild bitte, Sarah\u201c, versucht sie die Wucht der Ankunft \u2013 Sarah ist gerade aus der Paul-Moor-F\u00f6rderschule aus Alfhausen zur\u00fcckgebracht worden \u2013 ein wenig zu bremsen, \u201ehast du schon gesehen, dass wir Besuch haben?\u201c Flupp \u2013 schon springt der Blitz mit pr\u00e4zisem Schwung aus dem Schaukelger\u00e4t, saust quer durchs Zimmer und streckt dem unbekannten Gast die Hand entgegen. Und da ist es dann: dieses offene L\u00e4cheln, dieser wache Blick.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eUnser Arzt hat das zun\u00e4chst als Entwicklungsverz\u00f6gerung diagnostiziert\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Dass ihre Tochter mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung braucht als andere Kinder, wollte Karin Wichmann lange Zeit nicht wahrhaben. \u201eSarahs Geburt ist v\u00f6llig normal verlaufen\u201c, erz\u00e4hlt die gelernte Hauswirtschafterin und stockt kurz, als ob sie in ihrer Erinnerung nach etwas Abweichendem, Unerwartetem suche. Aber nein, da ist nichts. Au\u00dfer vielleicht, dass Sarah in den ersten Jahren f\u00fcr alles etwas l\u00e4nger gebraucht habe. Ein wenig mehr Zeit als die Gleichaltrigen, um Laufen zu lernen und um die ersten W\u00f6rter zu sprechen. \u201eUnser Arzt hat das zun\u00e4chst als Entwicklungsverz\u00f6gerung diagnostiziert\u201c, sagt Wichmann, \u201ealso habe ich meine Tochter entsprechend gef\u00f6rdert: Ergotherapie, Logotherapie, viel Sport.\u201c Und sie habe ganz sicher geglaubt: Das w\u00e4chst sich schon heraus. Tat es aber nicht.<\/p>\n<p><em>IQ-Test und genetische Analyse<\/em><\/p>\n<p>Mit vier Jahren verordneten die \u00c4rzte Sarah eine Reha im Sprachheilzentrum Werscherberg in Bissendorf. \u201eDa hat man mir zum ersten Mal gesagt, dass Sarah anders sei als andere.\u201c Doch statt die geistige Beeintr\u00e4chtigung ihrer Tochter zu akzeptieren, hoffte Karin Wichmann weiter auf so etwas wie Normalit\u00e4t: \u201eAlso: noch mehr Ergotherapie, noch mehr Logotherapie, noch mehr Sport\u2026\u201c Heute sch\u00fcttelt die 42-J\u00e4hrige den Kopf \u00fcber die eigene Uneinsichtigkeit. Als Sarah im Kindergarten dann eines Tages nur noch draufgehauen habe, war f\u00fcr sie schlie\u00dflich der Punkt erreicht, an dem sich die Erkenntnis nicht l\u00e4nger zur\u00fcckhalten lie\u00df. Eine Untersuchung im Sozialp\u00e4diatrischen Zentrum des Kinderhospitals Osnabr\u00fcck ergab, dass der IQ von Sarah deutlich reduziert war. Eine sp\u00e4tere genetische Analyse wies zudem auf einen Chromosomenschaden hin.<\/p>\n<p><em>Kein Bed\u00fcrfnis nach einer Pause<\/em><\/p>\n<p>\u201eIch hole mal schnell meine Schleife\u201c, klinkt sich der nimmerm\u00fcde Wirbelwind mit herzlicher Begeisterung in die Unterhaltung ein, unterbricht f\u00fcr einen Moment sein Geschaukel und ist, kaum losgerannt, auch schon wieder da. Stolz fuchtelt Sarah mit ihrer goldenen Stofftroph\u00e4e herum \u2013 zusammen mit dem Team hat die Neunj\u00e4hrige beim Voltigierwettbewerb des \u00f6rtlichen Reitervereins den ersten Preis gewonnen. \u201ePrima, Sarah\u201c, lobt Karin Wichmann und ermuntert ihre Tochter, noch ein paar andere Dinge aus ihrem Zimmer zu holen, an denen ihr etwas liege. \u201eSarah ist ein Bewegungsmensch\u201c, sagt sie. Neben dem Voltigieren schwimme sie sehr gerne, sie fahre Inlineskates und sogar Fahrrad \u2013 und klar: Sarah schaukelt, was das Zeug h\u00e4lt. Ein Stoff\u00e4ffchen im Arm, taucht sie auch schon wieder auf: \u201eWann gehen wir raus, Mama?\u201c, fragt sie ungeduldig.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie Jungs m\u00fcssen schon sehr viel Verst\u00e4ndnis aufbringen und zur\u00fcckstecken\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Weil es die Gef\u00fchle anderer Menschen nicht deuten und komplexe Situationen schwer einsch\u00e4tzen kann, sollte das quirlige M\u00e4dchen nicht unbeaufsichtigt aus dem Haus. Was angesichts der Tatsache, dass Karin Wichmann zurzeit eine Fortbildung zur Betreuungskraft f\u00fcr Senioren absolviert, die Dinge nicht eben einfacher macht. Da sind \u2013 noch h\u00e4ufiger als ohnehin \u2013 auch Sarahs Br\u00fcder Silvio (15 Jahre) und Luca (10 Jahre) gefordert. \u201eDie Jungs m\u00fcssen schon sehr viel Verst\u00e4ndnis aufbringen und zur\u00fcckstecken\u201c, wei\u00df Karin Wichmann. Eine Delfintherapie und deren lindernde Wirkung w\u00fcrde auch ihnen zugutekommen. \u201eIch hoffe darauf, dass die Therapie positiv anschl\u00e4gt, sich dadurch mehr Lebensqualit\u00e4t f\u00fcr Sarah und die Jungs ergibt und unser Familienleben harmonischer verl\u00e4uft\u201c, benennt Karin Wichmann ihre W\u00fcnsche f\u00fcr die Zukunft.<\/p>\n<p><em>Hilfe f\u00fcr Sarah<\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr alle, die die Familie Wichmann bei ihren Bem\u00fchungen um eine Delfintherapie f\u00fcr Sarah auf der karibischen Insel Curacao unterst\u00fctzen wollen, ist ein Spendenkonto bei der Organisation Dolphin Aid eingerichtet: Empf\u00e4nger: dolphin aid e.V., Stadtsparkasse D\u00fcsseldorf; IBAN: DE52 3005 0110 0020 0024 24; Verwendungszweck: Spende f\u00fcr Sarah Sabine Wichmann. Weitere Infos auf www.facebook.com\/karin.wichmann.315<\/p>\n<p><em>(Erschienen in: Bersenbr\u00fccker Kreisblatt, 16. November 2019)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man merkt es sofort \u2013 an ihrem wachen Blick, an ihrem offenen L\u00e4cheln: In der neunj\u00e4hrigen Sarah wirbeln Temperament und Lebensfreude munter durcheinander. 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