{"id":339,"date":"2015-07-31T10:11:40","date_gmt":"2015-07-31T08:11:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=339"},"modified":"2015-07-31T10:11:40","modified_gmt":"2015-07-31T08:11:40","slug":"einfach-heiss-aufs-fahren","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=339","title":{"rendered":"&#8222;Einfach hei\u00df aufs Fahren&#8220;"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_340\" aria-describedby=\"caption-attachment-340\" style=\"width: 714px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/wpSpedition3.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-340\" src=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/wpSpedition3-1024x674.jpg\" alt=\"Keine Angst vor gro\u00dfen Frachten: Lothar N\u00fc\u00dfemeyer (von links), sein Sohn Tobias und seine Chefs Andreas und Klaus Laumeyer lassen die vergangenen 40 Berufsjahre Revue passieren.\" width=\"714\" height=\"470\" srcset=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/wpSpedition3.jpg 1024w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/wpSpedition3-300x197.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 714px) 100vw, 714px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-340\" class=\"wp-caption-text\">Keine Angst vor gro\u00dfen Frachten: Lothar N\u00fc\u00dfemeyer (von links), sein Sohn Tobias und seine Chefs Andreas und Klaus Laumeyer lassen die vergangenen 40 Berufsjahre Revue passieren. Foto: Ulrike Havermeyer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Technisch vom Feinsten. Extrem \u00fcbersichtlich. Und \u00e4u\u00dferst komfortabel noch dazu. Ein durchaus spektakul\u00e4rer Lieblingsplatz bietet sich hinter dem Lenkrad der Mercedes-2648-Zugmaschine. Mit jeder Menge Potenzial f\u00fcr motorisierte Glanzleistungen. Allerdings: kein Ort f\u00fcr jedermann. Wer hier Position bezieht, braucht starke Nerven. Eine ruhige Hand. Besonnenheit und Weitblick. Alles das hat Lothar N\u00fc\u00dfemeyer. Kein Wunder also, dass der Mann aus Velpe seit 40 Jahren den Sitz im Lkw-F\u00fchrerhaus der auf Langtransporte und \u00dcberbreiten spezialisierten Speditionsfirma Laumeyer seine \u201ezweite Heimat\u201c nennt. N\u00fc\u00dfemeyers bisher l\u00e4ngste Fracht: ein Leimbinder von sage und schreibe 63 Metern, den er von Westerkappeln bis nach Emden chauffiert hat.<\/p>\n<p><em>Jungfernfahrt in Richtung Hamburg<\/em><\/p>\n<p>Drei M\u00e4nner im Schatten des Lkw: Lothar N\u00fc\u00dfemeyer und seine beiden Chefs, Klaus und Andreas Laumeyer, haben es sich auf der Zugmaschine bequem gemacht, lassen die Beine baumeln und schwadronieren \u00fcber die vergangenen vier Jahrzehnte. Wie das 1975 alles angefangen hat? Lothar N\u00fc\u00dfemeyer schmunzelt in sich hinein. 21 Jahre musste man auch damals alt sein, um eine Fahrerlaubnis f\u00fcr die gewaltige Zugmaschine zu erhalten. \u201eIch war so hei\u00df aufs Fahren, dass ich nat\u00fcrlich genau am Tag meines Geburtstags auch schon hinter dem Steuer sa\u00df.\u201c Nicht am Morgen. Nicht am Mittag. Schlag zw\u00f6lf um Mitternacht habe er den Z\u00fcndschl\u00fcssel herum gedreht und seine Jungfernfahrt Richtung Hamburg angetreten. Am\u00fcsiertes Kopfsch\u00fctteln. \u201eMan muss das einfach im Blut haben\u201c, sagt Klaus Laumeyer, \u201ein dieser Branche ist jede Fahrt eine Herausforderung.\u201c Denn egal, ob Lothar N\u00fc\u00dfemeyer nun Leimbinder, Stahlelemente oder Baumaschinen von A nach B transportiert &#8211; in der Regel sprengt er mit jeder Tour die Dimensionen des Allt\u00e4glichen. \u201eGefahren wird deshalb nachts in der verkehrsarmen Zeit zwischen 22 und 6 Uhr\u201c, erkl\u00e4rt Klaus Laumeyer. Oft begleiten externe Spezialfahrzeuge das Gespann, um die Strecke zu sichern. Manchmal ist auch die Polizei mit dabei. Maximal 50 Tonnen Zuladung, bis zu 78 Tonnen Gesamtgewicht man\u00f6vriert der 61-J\u00e4hrige durch enge Kreisverkehre und unter Br\u00fccken hindurch &#8211; von Westerkappeln aus nach ganz Europa: in Polen und Frankreich ist der geb\u00fcrtige Velper schon gewesen, in England, \u00d6sterreich und der Schweiz. Hellwach und hoch konzentriert. Den Blick abwechselnd auf der Stra\u00dfe und im R\u00fcckspiegel. Millimeterarbeit. In den 1990er Jahren hat er st\u00e4hlerne Bauteile zum Berliner Reichstag und zum Potsdamer Platz gebracht und dabei der Geschichte der Wiedervereinigung ein wenig \u00fcber die Schulter geschaut. \u201eDas sind die besonderen Momente in diesem <em>Beruf\u201c,<\/em> sagt er.<\/p>\n<p><em>Kopf\u00fcber in den Entw\u00e4sserungsgraben<\/em><\/p>\n<p>A propos besondere Momente, werfen die Br\u00fcder Laumeyer augenzwinkernd ein &#8211; wie war das noch in Senden? N\u00fc\u00dfemeyer st\u00f6hnt gequ\u00e4lt auf und winkt ab. Bitte nicht daran erinnert werden m\u00fcssen\u2026 aber dann erz\u00e4hlt er es doch: Wenn er nachts mit sperrigen 30 oder 40 Metern Frachtl\u00e4nge unterwegs ist, muss er hin und wieder auch einige Verkehrsschilder vor\u00fcbergehend demontieren, um sich den Weg frei zu machen. In Senden sei er dabei vor einigen Jahren auf ein besonders widerspenstiges Exemplar getroffen: \u201eBeim Schrauben kippte das Ding pl\u00f6tzlich zur Seite weg\u201c, berichtet er seufzend, \u201eund ich landete mitsamt dem Schild kopf\u00fcber in einem randvollen Entw\u00e4sserungsgraben.\u201c Er lacht laut auf: Geh mir blo\u00df weg mit Senden. Da ist ihm die gegenw\u00e4rtige Auftragslage schon lieber: Zurzeit liefert die Firma Laumeyer XXL-Konstruktionen f\u00fcr den Flughafen in Oslo aus: Per F\u00e4hre geht es ab Kiel bis zur norwegischen Hauptstadt. Mittendrin im Geschehen nat\u00fcrlich auch Lothar N\u00fc\u00dfemeyer und seine Zugmaschine. \u201e20 Stunden an Bord &#8211; da herrscht schon eine gewisse Kreuzfahrt-Atmosph\u00e4re\u201c, hat er festgestellt. \u201eGanz nett &#8211; aber da, wo ich mich wirklich wohl f\u00fchle &#8211; da muss es einfach brummen.\u201c<\/p>\n<p><em>(Erschienen in: Neue Osnabr\u00fccker Zeitung, 22.07.2015; Westf\u00e4lische Nachrichten, 22.07.2015)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Technisch vom Feinsten. Extrem \u00fcbersichtlich. Und \u00e4u\u00dferst komfortabel noch dazu. Ein durchaus spektakul\u00e4rer Lieblingsplatz bietet sich hinter dem Lenkrad der Mercedes-2648-Zugmaschine. Mit jeder Menge Potenzial f\u00fcr motorisierte Glanzleistungen. Allerdings: kein Ort f\u00fcr jedermann. 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