{"id":325,"date":"2015-07-10T15:47:11","date_gmt":"2015-07-10T13:47:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=325"},"modified":"2018-08-02T19:42:20","modified_gmt":"2018-08-02T17:42:20","slug":"ganz-ohne-sherry-und-moerdersuche","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=325","title":{"rendered":"Ganz ohne Sherry und M\u00f6rdersuche"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_326\" aria-describedby=\"caption-attachment-326\" style=\"width: 714px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Bridge3.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-326\" src=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Bridge3-1024x768.jpg\" alt=\"Bridge ist wie Schach mit Karten: Georg Meyer (im Hintergrund) schaut interessiert zu, was Ingeborg und B\u00e4rbel, Helga und Gretel aus ihren jeweils 13 Karten machen.\" width=\"714\" height=\"536\" srcset=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Bridge3-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Bridge3-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Bridge3-1200x900.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 714px) 100vw, 714px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-326\" class=\"wp-caption-text\">Bridge ist wie Schach mit Karten: Georg Meyer (im Hintergrund) schaut interessiert zu, was Ingeborg und B\u00e4rbel, Helga und Gretel aus ihren jeweils 13 Karten machen.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zugegeben &#8211; meine Vorstellungen \u00fcber das Bridge-Spiel speisen sich aus englischen Kriminalfilmen, die noch in schwarz-wei\u00df gedreht worden sind. Und so bin ich denn einigerma\u00dfen \u00fcberrascht, als ich im Mettinger DRK-Heim auf lauter farbig gekleidete Kartenfreunde treffe. Statt M\u00f6rdersuche bei Sherry und britischem Humor erwartet mich eine muntere Runde wissbegieriger Damen im besten Alter, die sich von Georg Meyer bei Kaffee und Keksen in die Kunst des altehrw\u00fcrdigen Strategiespiels einweisen l\u00e4sst. Einmal in der Woche treffen sich hier die Mitglieder des Bridgeclub Ibbenb\u00fcren, um die Grundlagen, die sie im Umgang mit dem franz\u00f6sischen Blatt bereits erworben haben, weiter zu vervollkommnen.<\/p>\n<p><em>Sofort in die Praxis einsteigen<\/em><\/p>\n<p>\u201eWir sind aber nicht nur hier, um bessere Bridge-Spielerinnen zu werden und dann erfolgreich an den Club-Turnieren teilnehmen zu k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt mir B\u00e4rbel aus Lengerich, \u201ees ist einfach sehr motivierend, miteinander etwas Neues zu lernen und sich dar\u00fcber auszutauschen.\u201c Und wie also lie\u00dfe sich ein derart vielschichtiges Kartenspiel wohl besser ergr\u00fcnden, als im wahrsten Sinne des Wortes: spielerisch? Bridge-Lehrer und Vereinsvorsitzender Georg Meyer r\u00e4umt ein verbreitetes Vorurteil aus: \u201eAnders, als Viele glauben\u201c, betont er, \u201ebraucht man beim Bridge n\u00e4mlich gar keine lange theoretische Einf\u00fchrung, sondern kann sofort in die Praxis einsteigen.\u201c Regelm\u00e4\u00dfig bietet er Anf\u00e4ngerkurse an &#8211; der n\u00e4chste beginnt im September. B\u00e4rbel, Ingeborg, Gretel und Helga, an deren Tisch ich mich geselle, haben sowohl den Einsteiger- als auch den Fortgeschrittenenkurs bei Georg Meyer besucht. Seit einem knappen Jahr sind sie jetzt dabei. Vorher haben einige von ihnen Doppelkopf und Skat, Canasta, Rummikub oder leidenschaftlich Monopoly gespielt. Was ist das Faszinierende an Bridge? \u201eDie Herausforderung\u201c, sind sich alle Vier sofort einig. \u201eNach jeder Partie hat man das Gef\u00fchl, wieder ein bisschen mehr von diesem unglaublich komplexen Spiel begriffen zu haben.\u201c<\/p>\n<p><em>Spieler aus allen Himmelsrichtungen<\/em><\/p>\n<p>Um nicht g\u00e4nzlich ahnungslos da zu stehen, habe ich mich vor meinem Besuch bei den Mitgliedern des Bridgeclub Ibbenb\u00fcren &#8211; zumindest grob hin &#8211; in die Materie eingearbeitet: Bridge ist ein Kartenspiel f\u00fcr vier Personen. Es gibt zwei Parteien, deren Partner sich gegen\u00fcber sitzen und nach den Himmelsrichtungen als Nord- und S\u00fcd-, Ost- und Westspieler bezeichnet werden. Gespielt wird mit 52 Karten ohne Joker &#8211; 13 St\u00fcck pro Hand. Die Farben der Karten werden, anders als zum Beispiel beim Doppelkopf, mit Pik und Coeur (Herz), Karo und Treff (Kreuz) bezeichnet. Es geht nicht darum, m\u00f6glichst viele Stiche zu bekommen, um mit einer m\u00f6glichst hohen Punktzahl zu gewinnen, sondern darum, just genau die Anzahl an Stichen mit seinem Partner einzuheimsen, die man zuvor angesagt hat. Jede Runde unterteilt sich in zwei Phasen: das Reizen und das Spielen.<\/p>\n<p><em>Gerechtigkeit statt Kartengl\u00fcck<\/em><\/p>\n<p>\u201eBridge ist wie Schach mit Karten\u201c, sagt Georg Meyer und teilt die von ihm pr\u00e4parierten \u201eBoards\u201c aus &#8211; kleine Plastikm\u00e4ppchen, in denen verdeckt die passende Anzahl Karten f\u00fcr jeden Spieler bereits vorgesteckt ist. \u201eJeder Tisch bekommt ein identisches Board\u201c, erkl\u00e4rt Meyer, \u201eso kann sich hinterher keiner rausreden, dass jemand blo\u00df wegen seines Kartengl\u00fccks gewonnen hat.\u201c Denn: Die verschiedenen Boards werden so verteilt, dass jeder Tisch an einem Nachmittag mit den gleichen Bl\u00e4ttern zu recht kommen muss, wie alle anderen auch. \u201eBeim Bridge kommt es eben darauf an, sich sehr gut mit seinem Partner abzustimmen\u201c, sagt Helga, sortiert mit konzentrierter Miene ihre Karten und blickt dann die ihr gegen\u00fcber sitzende Gretel erwartungsvoll an. \u201eEs ist unbedingt wichtig, strategisch vorzugehen\u201c, wirft Ingeborg ein. \u201eUnd nat\u00fcrlich muss man sich gut merken, was die anderen ausgespielt haben\u201c, erg\u00e4nzt B\u00e4rbel. Georg Meyer wandert aufmerksam um die Tische herum, beobachtet interessiert, welche Karten seine Sch\u00fclerinnen ins Feld f\u00fchren und nickt zufrieden: \u201eSpa\u00df macht Bridge \u00fcbrigens auch\u201c, schmunzelt er, \u201esonst w\u00fcrde n\u00e4mlich keiner Woche f\u00fcr Woche wieder herkommen.\u201c<\/p>\n<p><em>(erschienen in: Neue Osnabr\u00fccker Zeitung, 01.07.2015)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zugegeben &#8211; meine Vorstellungen \u00fcber das Bridge-Spiel speisen sich aus englischen Kriminalfilmen, die noch in schwarz-wei\u00df gedreht worden sind. 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