{"id":3091,"date":"2014-06-17T23:08:56","date_gmt":"2014-06-17T21:08:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=3091"},"modified":"2018-06-02T23:20:41","modified_gmt":"2018-06-02T21:20:41","slug":"ein-museum-direkt-unter-den-fuessen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=3091","title":{"rendered":"Ein Museum direkt unter den F\u00fc\u00dfen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_3092\" aria-describedby=\"caption-attachment-3092\" style=\"width: 741px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/herschlein13_full.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-3092\" src=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/herschlein13_full.jpg\" alt=\"\" width=\"741\" height=\"417\" srcset=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/herschlein13_full.jpg 741w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/herschlein13_full-300x169.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 741px) 100vw, 741px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3092\" class=\"wp-caption-text\">F\u00fcr den arch\u00e4ologiebegeisterten Sch\u00fcler Peter Herschlein sind der Erdboden und die Geheimnisse, die er wie hier in der Tongrube am Sundern birgt, eine wahre Schatzkiste. Foto: Ulrike Havermeyer<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"teaser\"><strong>Sand. Schlick. Schmodder. Der Lieblingsplatz von Peter Herschlein liegt direkt unter seinen F\u00fc\u00dfen. Das erdige Element ist es, das es dem 14-j\u00e4hrigen Westerkappelner angetan hat. Genauer gesagt, das, was drinnen ist, im Erdboden: Versteinerungen, jahrhundertealte Keramikscherben, mittelalterliche Werkzeuge oder die \u00dcberreste von Schmuck aus lange vergangenen Zeiten.<\/strong><\/p>\n<div id=\"content-jump-to\" class=\"content\">\n<p>Zum Ausleben von derlei Ambitionen ist Westerkappeln ein durchaus geeignetes Pflaster: Gleich in Fahrradn\u00e4he zu Herschleins Elternhaus liegt die Tongrube im Sundern \u2013 einer der beiden Lieblingspl\u00e4tze des arch\u00e4ologiebegeisterten Achtkl\u00e4sslers. Genauso gern gr\u00e4bt, buddelt und forscht er allerdings in den einsamen Wattfl\u00e4chen rund um die Insel Pellworm. \u00dcber das, was er dort gefunden hat, hat der Westerkappelner sogar ein eigenes kleines Buch verfasst.<\/p>\n<p>Warum ausgerechnet Dreck? Pardon: Erde. Erdboden. Erdreich. \u201eEs ist so unglaublich spannend, sich vorzustellen, dass hier auch fr\u00fcher, sogar schon in der Steinzeit, Menschen gesiedelt und gelebt haben\u201c, beschreibt Peter Herschlein die Faszination, die f\u00fcr ihn von seinem Lieblingsplatz ausgeht. \u201eUnd je nachdem, was man findet, kann man daraus schlie\u00dfen, wie unsere Vorfahren damals zurechtgekommen sind \u2013 wie ihre Unterk\u00fcnfte aussahen, welche Gegenst\u00e4nde sie bereits herstellen konnten und womit sie sich den Tag \u00fcber besch\u00e4ftigt haben.\u201c<\/p>\n<p>Ein Museum in der Tiefe mithin. Ein Abenteuerroman, in Sand geschrieben. Eine Detektivgeschichte, deren R\u00e4tsel es \u2013 mit Fingerspitzengef\u00fchl und Scharfsinn gleicherma\u00dfen \u2013 zu l\u00f6sen gilt. Wer die Zeichen deuten und die Spuren lesen kann, erobert sich auf diese Weise ganz eigenh\u00e4ndig ein Kapitel Menschheitsgeschichte. Dass Peter Herschlein mit seinen 14 Jahren durchaus ein Nachwuchsmeister seines Faches ist, verdankt er unter anderem Wieland Wienk\u00e4mper. Gemeinsam mit dem versierten Westerkappelner Arch\u00e4ologen hat der Gymnasiast in den vergangenen Jahren schon manchen Kubikmeter Erde bewegt und dabei diverse Sch\u00e4tze und \u201eKulturspuren\u201c geborgen. Und nat\u00fcrlich: jede Menge technisches Know-how erworben und Wissen angeh\u00e4uft.<\/p>\n<p>Als er durch Zufall eine Fernsehdokumentation \u00fcber die einstige Nordseeinsel \u201eStrand\u201c und deren bekannteste Siedlung Rungholt sah, die vor rund 400 Jahren im Bereich des heutigen Pellworm versunken sind, hielt es Peter Herschlein nicht l\u00e4nger nur bei den Steinbr\u00fcchen, Kies- und Tongruben der n\u00e4heren und weiteren Umgebung, die er und seine Familie mittlerweile in- und auswendig kannten. \u201eAlso gut\u201c, sagten sich seine Eltern \u2013 \u201efahren wir nach Pellworm. Dann geht der Junge zwei-, dreimal den Strand entlang, findet nichts \u2013 und das Thema ist durch.\u201c Durch? Eltern k\u00f6nnen so niedlich sein.<\/p>\n<p>\u201eGleich beim ersten Mal habe ich einige Tonscherben und Z\u00e4hne vom Schaf im Watt entdeckt\u201c, berichtet der Sch\u00fcler. \u201eSp\u00e4ter auch noch zwei Pferdesch\u00e4del.\u201c Und als gewissenhafter Junior-Arch\u00e4ologe machte er sich unverdrossen daran, seine Funde sauber zu kartieren und nach weiteren \u00dcberresten Ausschau zu halten: Die Spuren ehemaliger Brunnenringe und Entw\u00e4sserungsgr\u00e4ben. Oder das Bruchst\u00fcck eines alten Holzrades. F\u00fcnfmal haben Peter Herschlein und seine Familie die Insel Pellworm in den vergangenen zwei Jahren besucht. Die ganze Zeit \u00fcber hat er Daten zusammengetragen, Texte, Karten und Luftbilder aus dem Internet ausgewertet \u2013 und ein eigenes Buch \u00fcber die Insel \u201eStrand\u201c geschrieben. Die Pellwormer Lokalzeitung hat ausf\u00fchrlich \u00fcber den jungen Forscher berichtet. Mit dem \u00f6rtlichen Heimatkundler und Museumsbetreiber Hellmut Bahnsen ist er per Du. Die n\u00e4chste Expedition in die geliebte Ein\u00f6de ist bereits geplant.<\/p>\n<p>Egal also, ob an der Nordseek\u00fcste oder im heimatlichen Tecklenburger Land \u2013 der Boden, auf dem es sich als Arch\u00e4ologe zwar fest, aber vor lauter Eifer kaum still stehen l\u00e4sst, ist und bleibt f\u00fcr Peter Herschlein einer der spannendsten Orte, die er sich denken kann. Ein vielschichtiger Lieblingsplatz voller aufregender Geheimnisse. Der 14-J\u00e4hrige nickt zufrieden: \u201eEs gibt noch so viel zu entdecken\u201c, sagt er, \u201eund man wei\u00df nie, was man als N\u00e4chstes findet.\u201c<\/p>\n<p><em>(Erschienen in: Neue Osnabr\u00fcck, 17.06.2014)<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sand. Schlick. Schmodder. Der Lieblingsplatz von Peter Herschlein liegt direkt unter seinen F\u00fc\u00dfen. 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