{"id":3057,"date":"2018-05-30T16:03:58","date_gmt":"2018-05-30T14:03:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=3057"},"modified":"2019-07-16T08:20:54","modified_gmt":"2019-07-16T06:20:54","slug":"wie-man-einem-e-drahtesel-die-sporen-gibt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=3057","title":{"rendered":"Wie man einem E-Drahtesel die Sporen gibt"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_3058\" aria-describedby=\"caption-attachment-3058\" style=\"width: 3648px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Pedelec1.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-3058\" src=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Pedelec1.jpg\" alt=\"\" width=\"3648\" height=\"2650\" srcset=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Pedelec1.jpg 3648w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Pedelec1-300x218.jpg 300w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Pedelec1-768x558.jpg 768w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Pedelec1-1024x744.jpg 1024w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Pedelec1-1200x872.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 3648px) 100vw, 3648px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3058\" class=\"wp-caption-text\">Wer sich mit dem Pedelec in den Stra\u00dfenverkehr begibt, sollte vorher \u00fcben. Norbert Bosse vom Heimatverein Mettingen nutzt den Workshop der Kreispolizei Steinfurt auf dem Schultenhof. Foto: Ulrike Havermeyer<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Pedelecs bringen vor allem Senioren wieder in Bewegung. Doch oft auch in Gefahr. Die Zahl verkehrstoter \u00e4lterer Radfahrer ist laut Kreispolizei Steinfurt deutlich angestiegen. In Workshops sorgen die Verkehrssicherheitsberater der Beh\u00f6rde daher f\u00fcr Aufkl\u00e4rung und geben wichtige Tipps.<\/strong><\/p>\n<p>Als ich den Mettinger Schultenhof betrete, kommt mir Norbert Lampe schon entgegen. Der 69-J\u00e4hrige leitet die Fahrradgruppe des Heimatvereins und hat die E-Bike-Schulung gemeinsam mit Oberkommissarin Sylvia Meinders und Polizeihauptkommissar Meinhard Schillhahn von der <a href=\"https:\/\/steinfurt.polizei.nrw\/verkehrssicherheitsarbeit-der-polizei-0\">Verkehrssicherheitsberatung der Kreispolizei Steinfurt<\/a> organisiert. Gekonnt schl\u00e4ngelt sich Lampe durch Pulks von angeregt miteinander plaudernden \u00e4lteren Herrschaften hindurch, vorbei an unterschiedlichen Pedelec-Modellen, die J\u00f6rn Wulfekammer als \u00f6rtlicher Fahrradfachh\u00e4ndler hier ausgestellt hat, und passiert unbeschadet einen mit Reflektorb\u00e4ndern, Leuchtwesten und Brosch\u00fcren von der Verkehrsunfallpr\u00e4vention best\u00fcckten Infostand.<\/p>\n<p><em>Sonderregelungen f\u00fcr Gruppen ab 15 Personen<\/em><\/p>\n<p>\u201eWir als Heimatverein sind ja oft in gr\u00f6\u00dferen Gruppen, manchmal von bis zu 35 Personen, mit dem Fahrrad unterwegs\u201c, berichtet er, \u201eda sind dann auch viele E-Bikes dabei.\u201c Doch nicht nur die motorunterst\u00fctzten Radler sollten sich gut vorbereitet auf ihre Radwanderungen begeben. \u201eWenn es um die Sicherheit beim Fahren in Verb\u00e4nden und die rechtliche Seite geht\u201c, bemerkt Lampe, \u201em\u00fcssen alle gut informiert zu sein.\u201c Viele Verkehrsteilnehmer w\u00fcssten gar nicht, dass f\u00fcr das Fahren in Verb\u00e4nden Sonderregelungen gelten, gibt Hauptkommissar Meinhard Schillhahn zu bedenken. Ab 15 Personen wird aus einer Radlergruppe n\u00e4mlich automatisch ein Verband, der dann rechtlich gesehen wie ein einziges Fahrzeug zu behandeln ist und beispielsweise nicht mehr den Radweg benutzen darf. Die Schulung richtet sich denn auch nicht nur an die Mettinger Heimatfreunde, sondern an s\u00e4mtliche Vereine und Gruppen, die Radtouren anbieten, sowie an interessierte G\u00e4ste. Zum Beispiel an mich.<\/p>\n<p><em>Herzklopfen beim Besteigen des Pedelec<\/em><\/p>\n<p>Mit E-Bike oder Pedelec hatte ich bisher allerdings weder theoretisch noch praktisch zu tun. Wenn ich privat in die Pedale trete, befindet sich diese derzeit noch an einem schlichten, rein \u00fcber Muskelkraft betriebenen Hollandfahrrad, welches mit einer noch schlichteren Drei-Gang-Nabenschaltung ausger\u00fcstet ist. Das Herzklopfen, das sich beim erstmaligen Besteigen eines Pedelecs in meinem Inneren bemerkbar macht, ist dieser pers\u00f6nlichen Premiere also durchaus angemessen.<\/p>\n<p><em>Fast wie auf dem Hollandrad<\/em><\/p>\n<p>Mein spontaner Eindruck: Der Einstieg ist angenehm bodennah, Akku und Antrieb sind tief in der Mitte des Rahmens montiert und sorgen f\u00fcr einen stabil ausbalancierten Schwerpunkt \u2013 irgendwie f\u00fchle ich mich auf dem schmucken Pedelec, Modell Citybike, gleich zuhause. Doch \u2013 \u201ehui!\u201c \u2013 kaum habe ich angetreten, saust der motorunterst\u00fctzte Drahtesel auch schon \u2013 als h\u00e4tte ich ihm die Sporen gegeben \u2013 unerwartet flott auf den mit Pylonen markierten Parcours zu, den Norbert Lampe und seine Vereinskollegen vor dem Schultenhof aufgebaut haben.<\/p>\n<p><em>Absteigen und durchatmen<\/em><\/p>\n<p>\u201eMit einer durchschnittlichen Leistung von rund 250 Watt\u201c, klingen mir die Worte von J\u00f6rn Wulfekammer noch in den Ohren, \u201eist es auf einem Pedelec ungef\u00e4hr so, als ob zwei zus\u00e4tzliche Personen mittreten w\u00fcrden.\u201c Von einem solchen Schwung befl\u00fcgelt, ignoriere ich souver\u00e4n die Slalomstrecke \u2013 Was bleibt mir auch anderes \u00fcbrig? \u2013 und flitze geradeaus an den Kegeln vorbei in Richtung Parkplatz. Erst einmal bremsen, absteigen und durchatmen&#8230;<\/p>\n<p><em>Zeit in Probefahrten investieren<\/em><\/p>\n<p>Um mehr Sicherheit zu gewinnen, probiere ich fernab des Trubels in aller Ruhe aus, wie sich die verschiedenen Unterst\u00fctzungsabstufungen in der Praxis anf\u00fchlen. \u201eDer Antrieb variiert zwischen Einstellungen wie Eco, Sport oder Power\u201c, erkl\u00e4rt mir Wulfekammer, \u201eund nat\u00fcrlich kann man so ein Pedelec auch wie ein herk\u00f6mmliches Rad ganz ohne Motorunterst\u00fctzung fahren.\u201c Der dringende Rat des Fachmanns, sich vor der Anschaffung eines elektrobetriebenen Rades ausgiebig in dessen Funktionen einweisen zu lassen und viel Zeit in Probefahrten zu investieren, erscheint mir Gold wert.<\/p>\n<p><em>\u00dcberlebenswichtige Tipps f\u00fcr jedermann<\/em><\/p>\n<p>Nicht nur Gold wert, sondern nicht weniger als \u00fcberlebensrelevant sind die Ausf\u00fchrungen von Sylvia Meinders und Meinhard Schillhahn. Denn wie so oft, wenn die Verkehrssicherberater von ihren Erfahrungen berichten, erweisen sich deren Beobachtungen und Empfehlungen nicht nur f\u00fcr E-Bike-Fahrer als wichtig, sondern f\u00fcr jeden Verkehrsteilnehmer: gleich welchen Alters und ganz egal ob Fu\u00dfg\u00e4nger, Zwei- oder Vierradfahrer, ob leicht, schwer oder gar nicht motorisiert.<\/p>\n<p><em>\u201eSichtbarkeit bringt Sicherheit!\u201c<\/em><\/p>\n<p>Ein paar Beispiele gef\u00e4llig? Eine dunkel gekleidete Person wird bei eingeschr\u00e4nkter Sicht (D\u00e4mmerung, Regen, Dunkelheit) ab einer Entfernung von 25 Metern wahrgenommen. Tr\u00e4gt die Person dagegen helle Kleidung, erkennt man sie schon aus 40 Metern. Ist ihre Kleidung au\u00dferdem noch mit Reflektoren ausgestattet, ist sie aus einer Distanz von 140 Metern auszumachen. \u201eSichtbarkeit bringt Sicherheit\u201c, sch\u00e4rft Sylvia Meinders den Zuh\u00f6rern ein. Und das nicht nur im Alter.<\/p>\n<p><em>Den Helm nicht vergessen<\/em><\/p>\n<p>In Deutschland zwar keine Pflicht, aber eine dringende Empfehlung, ist das Tragen eines Helms: Das mit Abstand am h\u00e4ufigsten bei Unf\u00e4llen verletzte K\u00f6rperteil sei bei Radfahrern nach wie vor der Kopf. \u201eVergessen sie nie: Der Helm ist die einzige Lebensversicherung, die sie als Radfahrer haben\u201c, ermahnt Meinhard Schillhahn. Ansonsten r\u00e4t er dazu, auch bei rechtm\u00e4\u00dfiger Vorfahrt als Radfahrer im Zweifelsfalle zu warten, oder einfach abzusteigen und die Fu\u00dfg\u00e4ngerampel zu benutzen. Besonders an stark befahrenen Stra\u00dfen oder un\u00fcbersichtlichen Kreuzungen sei so ein Verhalten \u201eeinfach clever\u201c. Schillhahn merkt an: \u201eIm toten Winkel eines Lkw oder eines Busses kann eine komplette Schulklasse verschwinden.\u201c Und: \u201eRechnen sie immer mit dem Fehlverhalten der Autofahrer.\u201c<\/p>\n<p><em>Weitere Infos und Termine<\/em><\/p>\n<p>Wer mehr \u00fcber den sicheren Umgang mit Pedelecs, das Fahren in Verb\u00e4nden oder generell zum Thema Verkehrssicherheit wissen m\u00f6chte: Infos zu weiteren Schulungen gibt es in allen \u00f6rtlichen Polizeidienststellen sowie bei der <a href=\"https:\/\/steinfurt.polizei.nrw\/artikel\/verkehrsunfallpraevention-0\">Verkehrssicherheitsberatung der Kreispolizei Steinfurt<\/a> unter Telefon 02572\/ 9306 6610 und bei der <a href=\"https:\/\/www.kreisverkehrswacht-steinfurt.de\/index.php?id=983\">Verkehrswacht des Kreises Steinfurt<\/a> unter Telefon 02551\/691313. Noch mehr Infos gibt es au\u00dferdem beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat unter <a href=\"https:\/\/www.dvr.de\/\">www.dvr.de<\/a> sowie bei der Deutschen Verkehrswacht unter <a href=\"http:\/\/www.deutsche-verkehrswacht.de\">www.deutsche-verkehrswacht.de<\/a>.<\/p>\n<p><em>(Erschienen in: Neue Osnabr\u00fccker Zeitung, 30.05.2018)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pedelecs bringen vor allem Senioren wieder in Bewegung. Doch oft auch in Gefahr. Die Zahl verkehrstoter \u00e4lterer Radfahrer ist laut Kreispolizei Steinfurt deutlich angestiegen. 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