{"id":304,"date":"2015-06-18T12:14:36","date_gmt":"2015-06-18T10:14:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=304"},"modified":"2016-04-25T22:07:39","modified_gmt":"2016-04-25T20:07:39","slug":"von-der-sandkuhle-zum-skulpturengarten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=304","title":{"rendered":"Von der Sandkuhle zum Skulpturengarten"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_306\" aria-describedby=\"caption-attachment-306\" style=\"width: 714px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/wpGarten2.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-306\" src=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/wpGarten2-1024x729.jpg\" alt=\"Ein Hauch von Schweden weht durch den Garten von Heidrun und Reinhard Bailly. Zwischen Fingerhut und Hortensien haben hier vor allem die selbst gestalteten Skulpturen der Hausherrin ihren Platz gefunden. Foto: Ulrike Havermeyer\" width=\"714\" height=\"508\" srcset=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/wpGarten2.jpg 1024w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/wpGarten2-300x214.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 714px) 100vw, 714px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-306\" class=\"wp-caption-text\">Ein Hauch von Schweden weht durch den Garten von Heidrun und Reinhard Bailly. Zwischen Fingerhut und Hortensien haben hier vor allem die selbst gestalteten Skulpturen der Hausherrin ihren Platz gefunden. Foto: Ulrike Havermeyer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Was geschickte H\u00e4nde und ein kreativer Kopf aus einem gew\u00f6hnlichen Siedlungsgarten zaubern, l\u00e4sst sich schwerlich in Worte fassen: Ein zentraler Teich, eine verwunschene Grotte, urige Sitzecken &#8211; davon fast ein halbes Dutzend. Sogar einen Au\u00dfenwhirlpool mit Blick \u00fcber die Landschaft beherbergt das kleine Grundst\u00fcck. Wie haben Heidrun und Reinhard Bailly all diese Mini-Lieblingspl\u00e4tze blo\u00df so stimmig zusammen gepuzzelt?<\/p>\n<p><em>Die wesentliche Zutat? Kunst!<\/em><\/p>\n<p>Die ehemalige Grundschullehrerin blickt \u00fcber ihr kleines Paradies und lacht &#8211; eigentlich, sagt sie, wisse sie das auch nicht so genau. Dabei steuert die 66-J\u00e4hrige eine wesentliche Zutat f\u00fcr das harmonische Erscheinungsbild selbst bei: Seit ihrer Pensionierung gestaltet sie Skulpturen aus Ton und hat sich als Keramikk\u00fcnstlerin in der Region einen Namen gemacht. Kein Wunder also, dass ihre bunt glasierten Bl\u00fcten und gutm\u00fctigen Elche, ihre komischen K\u00e4uze und ihre mal neugierig, mal ernst blickenden Gestalten die verschiedenen Elemente des Gartens zu einem Gesamtkunstwerk verbinden.<\/p>\n<p><em>Phase eins: eine Kuhle und ein H\u00fcgel aus Sand<\/em><\/p>\n<p>Als Heidrun Bailly und ihr Mann das kleine H\u00e4uschen am Westerkappelner M\u00fchlenbusch vor drei Jahren \u00fcbernommen haben, sah es dort noch anders aus. \u201eDer Blick aus dem Fenster \u00fcber die weiten Felder hat uns aber irgendwie an unsere Zeit in Schweden erinnert\u201c, erz\u00e4hlt das Gr\u00fcndungsmitglied des Lotter Kunstkreises. \u201eAn Schweden &#8211; blo\u00df ohne Wasser.\u201c Und weil das Land im Norden ein weiterer Lieblingsplatz der Familie Bailly ist, war schnell klar: Ein Teich musste her, um die Anspielung perfekt zu machen. Die Hausherrin weist mit vager Geste \u00fcber die verschlungenen Kieswege und \u00fcppigen Inseln aus violett bl\u00fchendem Fingerhut. \u201eAlso haben wir hier ein Loch ausgehoben.\u201c Das Ergebnis sei zun\u00e4chst nicht sehr \u00fcberzeugend gewesen. \u201eIn dieser Phase bestand unser Garten aus einer Kuhle, einem Sandh\u00fcgel &#8211; und drum herum standen ein paar alte B\u00e4ume.\u201c<\/p>\n<p><em>&#8222;Ich bin eine kreative Chaotin&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Doch auch, wenn Heidrun Bailly schon immer einen klaren Blick und ein geschicktes H\u00e4ndchen besessen hat und als junge Frau am liebsten Architektur studiert h\u00e4tte &#8211; \u201ebin ich keine Landschaftsg\u00e4rtnerin\u201c, sagt sie und zuckt bedauernd mit den Schultern. \u201eEher eine kreative Chaotin.\u201c Den Elan und den Optimismus einer erfahrenen P\u00e4dagogin sollte man allerdings niemals untersch\u00e4tzen: Sie und ihr Mann griffen beherzt zum Spaten &#8211; und Schippe f\u00fcr Schippe, Schwei\u00dftropfen f\u00fcr Schwei\u00dftropfen, nahm ihr Traum Gestalt an. \u201eDie Struktur entsteht oft einfach beim Tun\u201c, zieht die K\u00fcnstlerin eine zufriedene Bilanz. Und so abwechslungsreich diese Struktur &#8211; so viele liebevoll gestaltete Nischen mit originellen Details sind auf diese Weise dann am Ende auch entstanden. Au\u00dfer dem \u201ePlatz unter den Kirschen\u201c und dem \u201eErdbeerplatz\u201c l\u00e4dt gleich neben dem Teich der zentrale und weithin sichtbar ausgeschilderte \u201ePrinz Karl Platz\u201c zum Verweilen ein. Was es mit ihm auf sich hat? \u201eHier habe ich, nachdem der Garten endlich fertig war, die Nachbarn auf ein St\u00fcckchen meiner Lieblingstorte eingeladen: Prinz-Karl-Torte.\u201c<\/p>\n<p><em>Zum ersten Mal Heimweh gesp\u00fcrt<\/em><\/p>\n<p>Geboren in der Rh\u00f6n, studiert in Bielefeld, gewohnt in Osnabr\u00fcck und Wersen, hat Heidrun Bailly zu ihrem bunt angestrichenen H\u00e4uschen, dem verwunschenen Garten samt Werkstatt und Ausstellungsraum schon in den wenigen Jahren, die sie und ihr Mann jetzt dort leben, eine besondere Beziehung aufgebaut. \u201eWenn ich mal eine Zeit lang weg bin, bekomme ich Heimweh nach diesem Zuhause\u201c, sagt sie. \u201eUnd dieses Gef\u00fchl war mir vorher g\u00e4nzlich fremd.\u201c Sch\u00f6ner kann man einen Lieblingsplatz wohl kaum beschreiben.<\/p>\n<p><em>(Erschienen in: Neue Osnabr\u00fccker Zeitung, 10.06.2015; Westf\u00e4lische Nachrichten, 10.06.2015)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was geschickte H\u00e4nde und ein kreativer Kopf aus einem gew\u00f6hnlichen Siedlungsgarten zaubern, l\u00e4sst sich schwerlich in Worte fassen: Ein zentraler Teich, eine verwunschene Grotte, urige Sitzecken &#8211; davon fast ein halbes Dutzend. 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