{"id":2905,"date":"2018-05-08T09:58:08","date_gmt":"2018-05-08T07:58:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=2905"},"modified":"2018-05-08T09:58:08","modified_gmt":"2018-05-08T07:58:08","slug":"heia-walpurgis-den-hexen-auf-der-spur","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=2905","title":{"rendered":"Heia Walpurgis! Den Hexen auf der Spur"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_2906\" aria-describedby=\"caption-attachment-2906\" style=\"width: 2000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Walpurgis1b.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-2906\" src=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Walpurgis1b.jpg\" alt=\"\" width=\"2000\" height=\"1500\" srcset=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Walpurgis1b.jpg 2000w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Walpurgis1b-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Walpurgis1b-768x576.jpg 768w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Walpurgis1b-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Walpurgis1b-1200x900.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 2000px) 100vw, 2000px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2906\" class=\"wp-caption-text\">Im Schatten der schroffen Felsformation der Hexenk\u00fcche erkl\u00e4rt \u0084Oberhexe\u0093 Ulrike Verrieth den unerschrockenen Abenteurern, was es mit der Walpurgisnacht in Tecklenburg auf sich hat. Foto: Ulrike Havermeyer<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Zu einer thematischen Stadtf\u00fchrung zur Walpurgisnacht hat die Tecklenburg Touristik in Deutschlands n\u00f6rdlichst gelegene Bergstadt eingeladen. Um ein Haar w\u00e4ren mehr als drei Dutzend Spazierg\u00e4nger davongeflogen.<\/strong><\/p>\n<p>Die Sturmb\u00f6en tosen durch die kopfsteingepflasterten Gassen, pfeifen um vorn\u00fcber gebeugte Fachwerkgiebel und schiefe Schornsteine herum. Unter einem dramatischen Himmel, in dem die sch\u00fcchterne Aprilsonne hinter tiefschwarzen Wolken mit dem Mai Verstecken spielt, versammelt sich ein unerschrockenes Gr\u00fcppchen Zeitreisender. Gef\u00fchrt und angeleitet von Oberhexe Ulrike Verrieth und ihrer Kollegin B\u00e4rbel Wandres, wollen sich die unerschrockenen Abenteurer in die heidnischen Br\u00e4uche der Walpurgisnacht einweihen und zum abgelegensten Au\u00dfenposten des Blocksbergs f\u00fchren lassen. Den Regenschirm fest unter den Arm geklemmt, geselle ich mich zu ihnen.<\/p>\n<p><em>Hokuspokus mit doppeltem Knoten<\/em><\/p>\n<p>Ulrike Verrieth wirft einen skeptischen Blick ins Wetter und zurrt sich, ganz nach Menschenart, ihre spitze Kopfbedeckung mit einem derben Stoffband unter dem Kinn fest. Denn fegte der Wind unserer Oberhexe das Zeichen ihrer dunklen Macht vom Haupte, was bliebe von ihr \u00fcbrig, au\u00dfer einer zwar \u00e4u\u00dferst belesenen, aber doch ihrer magischen Kr\u00e4fte g\u00e4nzlich beraubten, Stadtf\u00fchrerin\u2026? Doch so, Hokuspokus und mit doppeltem Knoten, schl\u00e4gt Verrieth den Winden ein Schnippchen. Entschlossen schnappt sie sich den Reisigbesen und schwenkt mit einem geheimnisvollen L\u00e4cheln ihr Weidenk\u00f6rbchen. Doch dazu sp\u00e4ter mehr.<\/p>\n<p><em>Ein sicherer Ort f\u00fcr Andersdenkende?<\/em><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal erkl\u00e4rt sie uns, warum sich die Hexen in Tecklenburg scheinbar zu allen Zeiten einigerma\u00dfen sicher gef\u00fchlt haben. Denn so finster und grausam das Mittelalter speziell zu Frauen gewesen sei \u2013 besonders zu solchen, die ihr Schicksal klug, eigenst\u00e4ndig und emanzipiert in die eigenen H\u00e4nde nahmen \u2013 \u00a0\u201ees weist doch nichts darauf hin, dass in Tecklenburg jemals eine Frau als Hexe verbrannt worden ist\u201c, berichtet Verrieth. Das h\u00e4tten die Frauen vor allem dem 1588 in Tecklenburg verstorbenen und in der Stadtkirche beigesetzten Doktor Johannes Wier (oder Weyer) zu verdanken, einem bekennenden Gegner des Hexenwahns.<\/p>\n<p><em>Zweifelhaft aber wirkungsvoll<\/em><\/p>\n<p>Dank seiner zwar sehr zweifelhaften, aber zum Gl\u00fcck eben auch wirkungsvollen Argumentation, dass Frauen nicht aus \u00dcberzeugung, sondern aus reiner Dummheit dem Teufel nachliefen, und dass schlie\u00dflich alle Frauen dumm und somit per se unschuldig seien, habe Wier wohl so manche weibliche Seele im Tecklenburger Land gerettet, gibt Ulrike Verrieth schmunzelnd zu bedenken.<\/p>\n<p><em>Das mittelalterliche Flair bewahrt<\/em><\/p>\n<p>Doch bevor wir den Wierturm in der Ruine der ehemaligen Burg erklimmen, um dem Retter der Tecklenburger Hexen zu huldigen, f\u00fchrt uns Ulrike Verrieth durch die Altstadt, die sich bis heute an vielen Stellen ihr mittelalterliches Flair bewahrt hat. Ob um die gedrungenen Geb\u00e4ude an den H\u00e4ngen der Bergstadt wohl wirklich einmal spitzbeh\u00fctete Gestalten mit ihren Besen herumgewirbelt sind? Im Ge\u00e4st der 450-j\u00e4hrigen Linde am Marktplatz d\u00fcrfte sich zumindest manch schaurige Geschichte aus vergangenen Zeiten verheddert haben.<\/p>\n<p><em>Schroffe Felsen im tiefen Wald<\/em><\/p>\n<p>\u00dcber den Meesenhof, vorbei am Weinberg n\u00e4hern wir uns Tecklenburgs magischem Zentrum: der Hexenk\u00fcche. Tief im Wald im Schatten einer spektakul\u00e4ren Felsformation sollen sich hier fr\u00fcher die Frauen getroffen, ihre Kr\u00e4uter gebraut und ausgelassen getanzt haben. Vorzugsweise in jener Walpurgisnacht vom 30. April auf den 1. Mai, in der sie traditionell\u00a0 der Heiligsprechung der \u00c4btissin Walburga gedachten.<\/p>\n<p><em>Der Fu\u00dfabdruck des Teufels<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>An welchem andern Ort lie\u00dfen sich die heidnischen Riten somit besser zelebrieren als hier, wo sogar der Teufel selbst seinen Fu\u00dfabdruck hinterlassen hat? Oberhexe Ulrike Verrieth kramt denn auch energisch in ihrem Weidenk\u00f6rbchen herum und bef\u00f6rdert allerhand magisches Equipment zutage: Hexensalbe zur \u00e4u\u00dferlichen und Flugbenzin zur innerlichen Anwendung, dazu diverse Zettel mit einem gemeinsam aufzusagenden Zauberspruch. Ob\u2018s wirkt? Fast scheint es mir, als w\u00e4re ich kurz darauf bei einer besonders kraftvollen Windb\u00f6e tats\u00e4chlich ein St\u00fcckchen h\u00f6her abgehoben, als es unter rechten Dingen m\u00f6glich gewesen w\u00e4re\u2026<\/p>\n<p><em>Den Sagen und Legenden nachgehen<\/em><\/p>\n<p>Wer den Sagen und Legenden der Hexen im Tecklenburger Land nachgehen m\u00f6chte, hat dazu auch jenseits der Walpurgisnacht Gelegenheit. Der etwa f\u00fcnf Kilometer lange Hexenpfad ist ein gut ausgeschilderter, offizieller Wanderweg, der den Spazierg\u00e4nger \u2013 entweder selbst\u00e4ndig oder gef\u00fchrt \u2013 zu unterschiedlichen Stationen leitet, unter anderem zum Hexentanzplatz, zu Rolands Grab und zum Heidentempel. Au\u00dferdem bieten die Stadtf\u00fchrer der Tecklenburg Touristik thematische Wanderungen unter anderem zu den Themen \u201eHexenzauber und Hexenwahn\u201c, \u201eVon Geistern, Hexen und Sp\u00f6kenkiekern\u201c oder einen Fackelzug an Halloween an. Weitere Infos und Terminvereinbarung auf der Homepage <a href=\"https:\/\/www.tecklenburg-touristik.de\/\">www.tecklenburg-touristik.de<\/a> oder telefonisch unter 05482\/93890.<\/p>\n<p><em>(Erschienen in: Neue Osnabr\u00fccker Zeitung, 03.05.2018)<\/em><\/p>\n<p><strong>PS: Die 13 Regeln der modernen Hexen (Wiccas):<\/strong><\/p>\n<p>1. Tu was du willst und schade Keinem.<\/p>\n<p>2. Sei immer ehrlich zu dir selbst.<\/p>\n<p>3. Beherrsche die Regeln deiner Hexenkunst.<\/p>\n<p>4. Lerne dein Leben lang, sei immer neugierig f\u00fcr Neues.<\/p>\n<p>5. Wende dein Wissen weise an.<\/p>\n<p>6. Finde dein inneres Gleichgewicht und lebe danach.<\/p>\n<p>7. Untersch\u00e4tze nie die Kraft des Wortes.<\/p>\n<p>8. Lerne dich zu konzentrieren.<\/p>\n<p>9. Lebe im Einklang mit der Natur.<\/p>\n<p>10. Meditiere.<\/p>\n<p>11. Achte auf deine Gesundheit.<\/p>\n<p>12. Akzeptiere deine Umwelt.<\/p>\n<p>13. Ehre die Kraft der Natur.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu einer thematischen Stadtf\u00fchrung zur Walpurgisnacht hat die Tecklenburg Touristik in Deutschlands n\u00f6rdlichst gelegene Bergstadt eingeladen. Um ein Haar w\u00e4ren mehr als drei Dutzend Spazierg\u00e4nger davongeflogen. 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