{"id":283,"date":"2015-06-03T07:46:07","date_gmt":"2015-06-03T05:46:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=283"},"modified":"2016-07-31T20:05:45","modified_gmt":"2016-07-31T18:05:45","slug":"eine-riesenheuschrecke-auf-drei-raedern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=283","title":{"rendered":"Eine Riesenheuschrecke auf drei R\u00e4dern"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_284\" aria-describedby=\"caption-attachment-284\" style=\"width: 714px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/wpKrake.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-284\" src=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/wpKrake-1024x511.jpg\" alt=\"Wie eine orangefarbende Riesenheuschrecke auf R\u00e4dern wirkt das Dreibein des Unterhaltungsverbands D\u00fcsterdieker Aa, mit dem Walter Lindemann seit f\u00fcnfzehn Jahren die Entw\u00e4sserungsgr\u00e4ben frei h\u00e4lt. Foto: Ulrike Havermeyer\" width=\"714\" height=\"356\" srcset=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/wpKrake.jpg 1024w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/wpKrake-300x150.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 714px) 100vw, 714px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-284\" class=\"wp-caption-text\">Wie eine orangefarbende Riesenheuschrecke auf R\u00e4dern wirkt das Dreibein des Unterhaltungsverbands D\u00fcsterdieker Aa, mit dem Walter Lindemann seit f\u00fcnfzehn Jahren die Entw\u00e4sserungsgr\u00e4ben frei h\u00e4lt. Foto: Ulrike Havermeyer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wild sieht es aus. Ziemlich unheimlich. Und, ja &#8211; mit seinen langen, wie lauernd angewinkelten Fangarmen auch irgendwie gef\u00e4hrlich. Walter Lindemann sch\u00fcttelt den Kopf und winkt ab. \u201eF\u00fcr mich ist das ein Ding wie ein Auto\u201c, sagt der Mitarbeiter des Unterhaltungsverbands D\u00fcsterdieker Aa. Auf andere wirkt das spektakul\u00e4re Dreibein, auf dessen Fahrersitz der 64-J\u00e4hrige auch nach f\u00fcnfzehn Sommern noch mit ungebrochener Faszination Platz nimmt, wohl eher wie eine orangefarbende Riesenheuschrecke auf R\u00e4dern. Das st\u00e4hlerne Insekt ist allerdings mindestens so n\u00fctzlich wie Aufsehen erregend: Denn in den kommenden Monaten wird das messerbewehrte R\u00e4umfahrzeug wieder daf\u00fcr sorgen, dass das Westerkappelner Regenwasser ungehindert durch die Entw\u00e4sserungsgr\u00e4ben der Niederung abflie\u00dfen kann.<\/p>\n<p><em>Gel\u00e4ndesicher und schonend durchs Naturschutzgebiet<\/em><\/p>\n<p>Auf zwei Haupt- und einem hydraulisch unabh\u00e4ngig zu bet\u00e4tigenden St\u00fctzrad schnurrt das Dreibein &#8211; made in den Niederlanden &#8211; h\u00f6chst gel\u00e4ndesicher durchs Naturschutzgebiet D\u00fcsterdieker Niederung. Mit extrabreiten Reifen versehen, um die Last der Maschine sanft und gleichm\u00e4\u00dfig zu verteilen und den Erdboden der feuchten Wiesen zu schonen. \u201eIn enger Abstimmung mit der Gemeinde und der Biologischen Station m\u00e4hen wir vom Unterhaltungsverband unsere B\u00f6schungen hier ein- bis dreimal im Jahr\u201c, erkl\u00e4rt Walter Lindemann.<\/p>\n<p><em>Graziles Insekt in Aktion<\/em><\/p>\n<p>In bed\u00e4chtigem Tempo lenkt er die Heuschrecke an den Vorfluter heran. \u00dcberraschend grazil schwenkt das Insekt den Arm vor der Fahrerkabine aus, an dessen Ende sich der M\u00e4hbalken befindet, und greift in den gr\u00fcnen Teppich hinein. Etwa h\u00fcfthoch sind die Gr\u00e4ser im Uferbereich schon gewachsen. Danach ist der hintere Arm dran: Seine metallenen Glieder entwirren sich und positionieren ein rotierendes R\u00e4umwerk auf der absch\u00fcssigen B\u00f6schung, das von zwei kleineren R\u00e4dern getragen wird. \u201eDer Rest ist Fingerspitzengef\u00fchl\u201c, sagt der geb\u00fcrtige Mettinger.<\/p>\n<p><em>Fingerspitzengef\u00fchl statt Knochenarbeit<\/em><\/p>\n<p>Als Walter Lindemann vor mehr als vier Jahrzehnten seine T\u00e4tigkeit beim Unterhaltungsverband aufnahm, war das Ausm\u00e4hen der Gr\u00e4ben noch echte Knochenarbeit: \u201eIn der ersten Zeit haben wir das mit einachsigen Frontm\u00e4hern gemacht, die wir vor uns her geschoben haben\u201c, erinnert er sich. Doch schon kurz darauf brach auch in der D\u00fcsterdieker Niederung die \u00c4ra der Dreibeine an. Das aktuelle Fahrzeug &#8211; H\u00f6chstgeschwindigkeit weniger als 20 Stundenkilometer, daf\u00fcr mit 60 PS unter der Haube ein recht starker Brummer &#8211; ist bereits das dritte Modell, das sich f\u00fcr den Unterhaltungsverband durch die Vegetation frisst und den Weg frei macht f\u00fcr das Wasser, das aus dem Ortskern und dem Regenr\u00fcckhaltebecken bis hierher geleitet wird: Vorne wird gem\u00e4ht, hinten ger\u00e4umt &#8211; und in der Mitte f\u00fchrt Lindemann ein wachsames Regiment.<\/p>\n<p><em>Wo verschiedene Interessen aufeinander treffen<\/em><\/p>\n<p>\u201eWeil wir uns hier im Naturschutzgebiet befinden\u201c, erkl\u00e4rt er, \u201ed\u00fcrfen die B\u00f6schungen nicht vor dem 15. Juni gem\u00e4ht werden.\u201c Bis dahin hat sich der Nachwuchs von Kiebitz, Brachvogel und Co. in der Regel so weit entwickelt, dass die K\u00fcken selbstst\u00e4ndig die Flucht ergreifen k\u00f6nnen. Wenn sich Lindemann und sein Dreibein ausnahmsweise fr\u00fcher ans Werk machen m\u00fcssen, brauchen sie eine Sondergenehmigung. Entdeckt der 64-J\u00e4hrige beim vorherigen Abgehen des Uferbereichs dann allerdings doch noch ein Gelege, setzt er an dieser Stelle seine Heuschrecke auf Di\u00e4t und l\u00e4sst einen entsprechenden Streifen Vegetation unanger\u00fchrt zur\u00fcck. \u201eBei uns in der D\u00fcsterdieker Niederung treffen nun einmal die Interessen von Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Naturschutz aufeinander\u201c, gibt Lindemann salomonisch zu bedenken. \u201eAber die meiste Zeit \u00fcber\u201c, f\u00fcgt er mit abwiegelndem Nicken hinzu, \u201esitzen wir ja doch alle im selben Boot.\u201c<\/p>\n<p><em>(Erschienen in: Neue Osnabr\u00fccker Zeitung, 27.05.2015; Westf\u00e4lische Nachrichten, 27.05.2015)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wild sieht es aus. Ziemlich unheimlich. 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