{"id":2271,"date":"2017-10-25T16:23:32","date_gmt":"2017-10-25T14:23:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=2271"},"modified":"2018-04-16T09:54:34","modified_gmt":"2018-04-16T07:54:34","slug":"von-einem-der-auszog-kunst-zu-schaffen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=2271","title":{"rendered":"Von einem der auszog, Kunst zu schaffen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_2277\" aria-describedby=\"caption-attachment-2277\" style=\"width: 1800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Bartel1b.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-2277\" src=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Bartel1b.jpg\" alt=\"\" width=\"1800\" height=\"1292\" srcset=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Bartel1b.jpg 1800w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Bartel1b-300x215.jpg 300w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Bartel1b-768x551.jpg 768w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Bartel1b-1024x735.jpg 1024w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Bartel1b-1200x861.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1800px) 100vw, 1800px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2277\" class=\"wp-caption-text\">Sicher verpackt in Polsterfolie, transportiert Sebastian Bartel seine Gem\u00e4lde von ihrem Entstehungsort im Stift B\u00f6rstel zum Ausstellungsort nach Bersenbr\u00fcck. Foto: Ulrike Havermeyer<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Was dabei herauskommt, wenn man sich \u2013 allein, und dann auch noch nachts! \u2013 in einen tiefen, dunklen Wald hineinwagt, zeigt der K\u00f6lner K\u00fcnstler Sebastian Bartel in seiner Ausstellung \u201eNightwalk\u201c, die am Freitag in der Kreissparkasse Bersenbr\u00fcck er\u00f6ffnet wird.<\/strong><\/p>\n<p>Drei Monate lang hat Sebastian Bartel, Tr\u00e4ger des Franz-Hecker-Stipendiums der Kreissparkasse Bersenbr\u00fcck, im Stift B\u00f6rstel verbracht. Hat sich mit der Geschichte und der Symbolik des Ortes vertraut gemacht, hat die Stimmung rund um das ehemalige Zisterzienserinnenkloster inhaliert und, vielleicht das wichtigste: hat die Landschaft und die W\u00e4lder, die das Stift umgeben, akribisch erkundet. \u201eDie Vergangenheit des Stifts und seine Entwicklung, die Abgeschiedenheit \u2013 das alles strahlt schon eine sehr spannende Ambivalenz aus\u201c, beschreibt der 35-J\u00e4hrige seine Eindr\u00fccke: \u201eEinerseits hat dieser Ort etwas sehr M\u00e4rchenhaftes, andererseits l\u00e4sst sich die Stimmung aber auch als beunruhigend, manchmal sogar als bedrohlich wahrnehmen.\u201c Und das vor allem: nachts! Doch einem wie Bartel, dem die Finsternis eines Sternenhimmels allein noch nicht ausreicht, der den Nervenkitzel so richtig intensiv und hautnah sp\u00fcren will, der muss eben mitten hinein ins Zentrum der Befindlichkeiten \u2013 in den tiefen, dunklen Wald\u2026<\/p>\n<p><em>Nur mit Fotoapparat und Taschenlampe<\/em><\/p>\n<p>\u201eBewaffnet nur mit Fotoapparat und Taschenlampe bin ich also nachts durch die W\u00e4lder rund ums Stift gewandert\u201c, berichtet er \u2013 und ein gewisser wohliger Schauer ist ihm bei dieser Erinnerung durchaus noch anzumerken. Der Meistersch\u00fcler und bereits mehrfach ausgezeichnete freie Maler ist allerdings nicht ausgezogen, um das F\u00fcrchten zu lernen, sondern um Kunst zu schaffen. \u201eIm Lichtstrahl der Taschenlampe, der wie ein Spot funktioniert und die Dinge auf sehr markante Weise fokussiert, ver\u00e4ndern sich die Farben und die Strukturen\u201c, hat Bartel bei seinen \u201eNight Walks\u201c (Nachtwanderungen) festgestellt. Vom Sturm umgeworfene B\u00e4ume, in sich verdrehtes Ge\u00e4st, das feuchte Laub an den Zweigen \u2013 verwandeln sich in, ja was denn eigentlich\u2026?<\/p>\n<p><em>Pl\u00f6tzlich ein lautes Grunzen &#8230; sehr nah!<\/em><\/p>\n<p>\u201eDie Sinne sch\u00e4rfen sich in einer solchen Atmosph\u00e4re\u201c, erz\u00e4hlt der in K\u00f6ln lebende K\u00fcnstler, \u201eman wird empfindlicher f\u00fcr Ger\u00e4usche.\u201c Ob er Angst gehabt habe? \u201eNein\u201c, lautet seine entschiedene Antwort. Dann aber folgt doch noch ein nachdenkliches Schmunzeln und ein Zugest\u00e4ndnis: \u201eWas einem da schon hin und wieder an beunruhigenden Gedanken durch den Kopf schie\u00dft, ist ja in der Regel v\u00f6llig irrational.\u201c Mit dieser n\u00fcchternen Erkenntnis habe er die gr\u00f6\u00dften Unsicherheiten schnell vertreiben k\u00f6nnen. \u201eBlo\u00df einmal\u2026\u201c, sch\u00fcttelt Sebastian Bartel den Kopf und lacht auf \u2013 im R\u00fcckblick dann doch einigerma\u00dfen erleichtert. \u201eDa habe ich pl\u00f6tzlich ein lautes Grunzen geh\u00f6rt \u2026 sehr nah\u2026\u201c Ein Wildschwein! Weil er sich aber vor seinen n\u00e4chtlichen Ausfl\u00fcgen zum Gl\u00fcck sowohl mit \u00c4btissin Britta Rook als auch mit den \u00f6rtlichen J\u00e4gern ausgetauscht habe, wusste er, dass in dieser Situation ein geordneter R\u00fcckzug die einzige Option ist.<\/p>\n<p><em>N\u00e4chtlich verfremdete Vertrautheiten<\/em><\/p>\n<p>Die Fotografien n\u00e4chtlich verfremdeter Vertrautheiten hat der abenteuerlustige K\u00fcnstler dann anschlie\u00dfend in der konzentrierten Abgeschottetheit seines Ateliers auf Zeit im Stift B\u00f6rstel in faszinierende Bilder und Zeichnungen umgesetzt. Wer also Lust auf ein gepflegtes Gruselerlebnis hat oder sich einfach nur zu einem \u201eNight Walk\u201c durch die M\u00e4rchenlandschaft in seinem eigenen Inneren inspirieren lassen m\u00f6chte, sollte sich die gro\u00dfformatigen Werke von Sebastian Bartel in den R\u00e4umen der Kreissparkasse Bersenbr\u00fcck nicht entgehen lassen.<\/p>\n<p><em>(Erschienen in: Bersenbr\u00fccker Kreisblatt, 25.10.2017)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was dabei herauskommt, wenn man sich \u2013 allein, und dann auch noch nachts! \u2013 in einen tiefen, dunklen Wald hineinwagt, zeigt der K\u00f6lner K\u00fcnstler Sebastian Bartel in seiner Ausstellung \u201eNightwalk\u201c, die am Freitag in der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2277,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"image","meta":{"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[6,80],"tags":[641,640,639,642],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.havermeyer.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2271"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.havermeyer.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.havermeyer.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.havermeyer.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.havermeyer.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2271"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.havermeyer.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2271\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2809,"href":"http:\/\/www.havermeyer.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2271\/revisions\/2809"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.havermeyer.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2277"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.havermeyer.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2271"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.havermeyer.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2271"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.havermeyer.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2271"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}