{"id":2257,"date":"2015-02-22T18:09:31","date_gmt":"2015-02-22T17:09:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=2257"},"modified":"2020-06-13T21:24:28","modified_gmt":"2020-06-13T19:24:28","slug":"wolf-pass-auf-ein-hund-im-schafspelz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=2257","title":{"rendered":"Wolf, pass auf \u2013 ein Hund im Schafspelz!"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_2703\" aria-describedby=\"caption-attachment-2703\" style=\"width: 741px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/schaefer1_full.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-2703\" src=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/schaefer1_full.jpg\" alt=\"\" width=\"741\" height=\"417\" srcset=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/schaefer1_full.jpg 741w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/schaefer1_full-300x169.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 741px) 100vw, 741px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2703\" class=\"wp-caption-text\">Der Schein tr\u00fcgt: Die dreij\u00e4hrige Kaukasische Owtscharka H\u00fcndin von Kai Mith\u00f6fer wirkt zwar lammfromm, aber sobald sich ein fremdes Wesen \u2013 egal ob Mensch, Hund oder Wolf \u2013 den Schafen n\u00e4hert, verteidigt sie die Herde laut bellend und mit fletschenden Z\u00e4hnen. Foto: Ulrike Havermeyer<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>W\u00e4hrend die Muttertiere noch im Morgennebel d\u00f6sen, traben die ersten L\u00e4mmer bereits durchs welke Gras des Vorjahrs. Alles ruhig im Schafsrudel. Rudel?<\/strong><\/p>\n<p>Eine Frage der Perspektive: Denn f\u00fcr die dreij\u00e4hrige Schutzh\u00fcndin, die seit einiger Zeit die Tiere von Kai Mith\u00f6fer bewacht, geh\u00f6ren die paarhufigen Wollwesen zur Familie: zum Rudel also. Die Wiederk\u00e4uer ihrerseits betrachten die schafsgro\u00dfe Kaukasische Owtscharka Dame dagegen als Herdenmitglied. Ob Rudel oder Herde \u2013 f\u00fcr Sch\u00e4fer Mith\u00f6fer z\u00e4hlt nur eines: Hauptsache, die art\u00fcbergreifende Kooperation h\u00e4lt potenzielle W\u00f6lfe auf Abstand.<\/p>\n<p><em>Nicht darauf warten, dass etwas passiert<\/em><\/p>\n<p>\u201eIch wollte nicht erst warten bis etwas passiert\u201c, erkl\u00e4rt der 36-j\u00e4hrige Settruper und l\u00e4sst seinen Blick \u00fcber die kahle Landschaft schweifen: abgeerntete M\u00e4hwiesen, karge Senf\u00e4cker, hier und da ein kleines Geb\u00fcsch. \u201eBis jetzt ist bei uns noch kein Wolf gesichtet worden\u201c, sagt er, \u201eaber kommen wird er. Das ist sicher.\u201c So wie in der Grafschaft Bentheim, im Kreis Diepholz oder im Raum Vechta. F\u00fcr diese Nachbarregionen hat das <a href=\"http:\/\/www.wildtiermanagement.com\">Wildtier Management Niedersachsen<\/a> das Vorkommen des Wolfes offiziell best\u00e4tigt.<\/p>\n<p><em>Die wollige Verwandtschaft verteidigen<\/em><\/p>\n<p>Und weil es immer wahrscheinlicher wird, dass sich Wolf, Schaf und Sch\u00e4fer demn\u00e4chst auch in den Weiten des Osnabr\u00fccker Landes \u00fcber den Weg laufen werden, hat Kai Mith\u00f6fer vorgesorgt: Wenn seine Tiere nicht gerade mit ihm von einer Weidefl\u00e4che zur n\u00e4chsten ziehen, sind sie grunds\u00e4tzlich hinter einem mobilen Elektrozaun eingepfercht. Nachts sowieso. Und hinter diesem fein gewobenen, orangefarbenden Maschenzaun beginnt das Revier der Owtscharka H\u00fcndin. \u201eOwtscharkas sind speziell gez\u00fcchtete Herdenschutzhunde\u201c, erl\u00e4utert Sch\u00e4fer Mith\u00f6fer: \u201eSie werden als Welpen innerhalb einer Schafherde geboren und komplett integriert.\u201c Seit zweieinhalb Jahren lebt die H\u00fcndin mit den wachen Augen, dem unerwartet scharfen Gebell und der stets abrufbaren Bereitschaft, die wollige \u201eVerwandtschaft\u201c zu verteidigen, jetzt schon zwischen Mith\u00f6fers Tieren. \u201eSie versteht sich als Teil der Herde, ganz klar.\u201c<\/p>\n<p><em>Jeden Tag unterwegs<\/em><\/p>\n<p>Jeden Tag zieht Kai Mith\u00f6fer mit seinen Schafen ein St\u00fcckchen weiter. Mal nur ein paar hundert Meter. Mal mehrere Kilometer. Dann wird der Elektrozaun abgebaut und in den Gel\u00e4ndewagen verfrachtet, hinter dessen Lenkrad Mith\u00f6fers Frau Manuela sitzt. Die Owtscharka H\u00fcndin reist im Anh\u00e4nger mit, w\u00e4hrend die sechs H\u00fctehunde \u2013 emsig kl\u00e4ffend und immer in Bewegung \u2013 ihrem Herrchen dabei helfen, die Wiederk\u00e4uer zum n\u00e4chsten Weideplatz zu treiben. \u201eIch habe Weiderechte unter anderem f\u00fcr den Fursten Forest, das Hahlener Moor und das Suddenmoor in Anten\u201c, beschreibt Mith\u00f6fer den Einsatzradius seiner Herde. Hat die Gruppe ihr Ziel erreicht, wird der Zaun neuerlich aufgebaut \u2013 und die Owtscharka H\u00fcndin nimmt ihre Rolle als besch\u00fctzendes \u201eOberschaf\u201c wieder ein.<\/p>\n<p><em>Ein Herdenschutzhund kennt keine Kompromisse<\/em><\/p>\n<p>\u201eMir ist es wichtig, dass die Leute \u00fcber das Wesen und die Aufgabe des Herdenschutzhundes Bescheid wissen\u201c, sagt Kai Mith\u00f6fer. \u201eDer Herdenschutzhund ist kompromisslos, wenn es darum geht seine Herde zu verteidigen.\u201c Schlie\u00dflich soll er sie im Ernstfall selbst vor einem Rudel W\u00f6lfe besch\u00fctzen k\u00f6nnen. \u201eUnd so ein Hund unterscheidet nicht zwischen Wolf, Haustier oder Spazierg\u00e4nger.\u201c Seine Bitte daher: \u201eWer in die N\u00e4he einer Schafherde kommt, sollte m\u00f6glichst viel Abstand halten und seinen eigenen Hund unbedingt anleinen.\u201c<\/p>\n<p><em>(Erschienen in: Bersenbr\u00fccker Kreisblatt, 22. Februar 2015)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend die Muttertiere noch im Morgennebel d\u00f6sen, traben die ersten L\u00e4mmer bereits durchs welke Gras des Vorjahrs. Alles ruhig im Schafsrudel. Rudel? 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