{"id":1363,"date":"2017-02-21T22:36:48","date_gmt":"2017-02-21T21:36:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=1363"},"modified":"2018-01-09T17:32:22","modified_gmt":"2018-01-09T16:32:22","slug":"zen-oder-der-rhythmus-der-ruhe","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=1363","title":{"rendered":"Zen oder der Rhythmus der Ruhe"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1364\" aria-describedby=\"caption-attachment-1364\" style=\"width: 1750px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Liturgisch1bb.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-1364\" src=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Liturgisch1bb.jpg\" alt=\"\" width=\"1750\" height=\"1113\" srcset=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Liturgisch1bb.jpg 1750w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Liturgisch1bb-300x191.jpg 300w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Liturgisch1bb-768x488.jpg 768w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Liturgisch1bb-1024x651.jpg 1024w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Liturgisch1bb-1200x763.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1750px) 100vw, 1750px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1364\" class=\"wp-caption-text\">Ged\u00e4mpftes Licht, getragene Musik: Mit leichten Schritten tanzen sich die Frauen, die regelm\u00e4\u00dfig aus verschiedenen Gemeinden des Tecklenburger Landes nach Recke kommen, zu innerer Gelassenheit. Foto: Ulrike Havermeyer<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Wer sich im Kirchenkreis Tecklenburg oder im Kreisdekanat Steinfurt, zu denen auch die Gemeinden Lotte und Westerkappeln geh\u00f6ren, f\u00fcr alternative Meditationsformen interessiert, dem sei ein Besuch bei der liturgischen Tanzgruppe in Recke empfohlen.<\/strong><\/p>\n<p>Der eine macht sich bewusst schweigend auf die Suche nach der eigenen Mitte. Der andere meditiert, visualisiert oder atmet sich ins Herz seiner Konzentration. Wenn Gabriele Hecker, Pastoralreferentin im Ruhestand, jenen von heiterer Gelassenheit gepr\u00e4gten Seelenzustand anstrebt, um der Hektik des Alltags zu entfliehen und ihre Gedanken zu sortieren, dann begibt sie sich mit beschwingten Schritten auf den Weg dorthin: Seit beinahe zwanzig Jahren leitet die geb\u00fcrtige Wittenbergerin eine liturgische Tanzgruppe in der Nachbargemeinde Recke. Neugierig darauf, ob das and\u00e4chtige Wandeln zu erbaulicher Musik wohl auch mein Gem\u00fct in kontemplative Entschleunigung versetzt, habe ich mich zu einer Schnupperstunde angemeldet.<\/p>\n<p><em>Im flackernden Kerzenschein<\/em><\/p>\n<p>Das Licht im Gebetsraum des F\u00fcrstenberg-Gymnasiums ist ged\u00e4mpft. Eine einsame Kerze wirft ihr flackerndes Licht auf die K\u00f6rper der Frauen, die sich mit sanften Bewegungen zu den Kl\u00e4ngen eines Andante von Paolo Salulini langsam im Kreis wiegen. \u201eLast euch in die Musik hineinfallen\u201c, l\u00e4dt Gabriele Hecker ihre Mitt\u00e4nzerinnen ein und beschreibt mit ruhiger Stimme die choreografierte Schrittfolge: Beginnend mit dem rechten Fu\u00df bewegen wir uns im getragenen Viervierteltakt vier Schritte auf die Kerze in der Kreismitte zu. Dort schwenken wir viermal unsere bunten T\u00fccher, von denen wir jeweils eins in jeder Hand tragen. Dann geht es gem\u00e4chlich vier Schritte r\u00fcckw\u00e4rts zum Ausgangspunkt zur\u00fcck, an dem wir uns schlie\u00dflich in vier Schritten geduldig um die eigene Achse drehen.<\/p>\n<p><em>Eine Oase der Stille<\/em><\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich aufmerksam Fu\u00df vor Fu\u00df setze, stelle ich erleichtert fest, dass sich die Anforderungen an die koordinatorische Geschicklichkeit beim liturgischen Tanzen in erfreulichen Grenzen halten. Auf den Gesichtern der Teilnehmerinnen zeichnet sich ein gel\u00f6stes L\u00e4cheln ab. Einige der Frauen bewegen sich mit geschlossenen Augen. Eine Atmosph\u00e4re inspirierender Friedlichkeit erf\u00fcllt den Raum und spannt eine Oase, einen Ort der Stille im eigenen Inneren, auf.<\/p>\n<p><em>Feuer und Flamme<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>R\u00fcckblick: Als Pastoralreferentin Gabriele Hecker vor mehr als zwanzig Jahren im Rahmen einer beruflichen Fortbildung bei der W\u00fcrzburger Tanzp\u00e4dagogin Gabriele Wollmann den liturgischen Tanz kennenlernte, war sie sofort Feuer und Flamme \u2013 und lie\u00df sich daraufhin selbst f\u00fcr das Unterrichten der getanzten Meditationsweise ausbilden. \u201eBeim liturgischen Tanzen treten wir nicht mit Worten, sondern mit dem ganzen K\u00f6rper vor Gott\u201c, beschreibt sie das Ph\u00e4nomen aus christlicher Sicht. \u201eEs ist eine ganzheitliche Form des Kommunizierens, bei der wir versuchen, durch einfache, sich wiederholende Bewegungen zur Ruhe, zu uns selbst und auch ins Gebet zu kommen.\u201c<\/p>\n<p><em>Offen f\u00fcr Christen und Nicht-Christen<\/em><\/p>\n<p>Ob als \u00fcberkonfessionell getanztes Glaubensbekenntnis oder schlichtweg als alternative Form der Meditation \u2013 in der liturgischen Tanzgruppe von Gabriele Hecker sind sowohl Christen als auch Nicht-Christen willkommen. \u201eWir freuen uns \u00fcber jeden, der den liturgischen Tanz kennenlernen m\u00f6chte\u201c, l\u00e4dt die leichtf\u00fc\u00dfige Reckerin zum Hineinschnuppern ein. Die Gruppe trifft sich alle vierzehn Tage montags im Gebetsraum des F\u00fcrstenberg-Gymnasiums in Recke. Der n\u00e4chste Termin ist der 20. Februar um 18 Uhr. Wer Fragen zum liturgischen Tanzen hat, kann sich unter 05453\/3429 auch telefonisch an Gabriele Hecker wenden.<\/p>\n<p><em>Vielseitiges Repertoire<\/em><\/p>\n<p>Irgendwann verebben die erhabenen Kl\u00e4nge des Andante und der T\u00fcchertanz ist beendet. Schade. Denn gedankenverloren im Kerzenschein zu tanzen, dabei das fr\u00f6hliche Schweben der bunten T\u00fccher zu beobachten und sich ganzheitlich dem Hier und Jetzt hinzugeben \u2013 das h\u00e4tte ich noch eine ganze Weile weitergenie\u00dfen k\u00f6nnen. Aber, so erfahre ich jetzt, das Repertoire der Gruppe ist vielseitig und umfasst neben eigens f\u00fcr das meditative Tanzen entwickelten Schrittfolgen auch Volks- und andere Kreist\u00e4nze \u2013 \u201ezum Beispiel aus Rum\u00e4nien, Israel oder Finnland\u201c, erkl\u00e4rt Gabriele Hecker. \u201eMal mit, mal ohne biblischen Hintergrund.\u201c<\/p>\n<p><em>Einreihen und Mittanzen<\/em><\/p>\n<p>Zum Abschluss des Abends tanzen wir noch gemeinsam zu einem feierlichen Taiz\u00e9-Gesang. Und wieder sind die Bewegungen betont einfach gehalten, so dass auch ich als Anf\u00e4ngerin keinerlei Schwierigkeiten habe, den Rhythmus zu finden und dem Muster der Gesten zu folgen. \u201eUnser Bestreben ist es, dass hier jeder \u2013 ohne irgendwelche Vorkenntnisse \u2013 sofort mitmachen kann\u201c, benennt Gabriele Hecker einen ihrer Grunds\u00e4tze. Um den liturgischen Tanz bekannter zu machen, gestaltet die Gruppe aus Recke auch regelm\u00e4\u00dfig Gottesdienste in der Region mit. Am Weltgebetstag der Frauen am Freitag, 3. M\u00e4rz, sind die liturgischen T\u00e4nzerinnen in der St. Agatha Kirche in Mettingen zu sehen. Und wen es beim Zuschauen in den F\u00fc\u00dfen oder in der Seele juckt \u2013 der kann sich direkt einreihen und mittanzen.<\/p>\n<p><em>(Erschienen in: Neue Osnabr\u00fccker Zeitung, 15.02.2017)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer sich im Kirchenkreis Tecklenburg oder im Kreisdekanat Steinfurt, zu denen auch die Gemeinden Lotte und Westerkappeln geh\u00f6ren, f\u00fcr alternative Meditationsformen interessiert, dem sei ein Besuch bei der liturgischen Tanzgruppe in Recke empfohlen. 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