{"id":131,"date":"2015-02-02T16:28:44","date_gmt":"2015-02-02T15:28:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=131"},"modified":"2015-10-03T12:58:07","modified_gmt":"2015-10-03T10:58:07","slug":"wie-redet-man-ueber-die-eigene-bestattung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=131","title":{"rendered":"Wie redet man \u00fcber die eigene Bestattung?"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_133\" aria-describedby=\"caption-attachment-133\" style=\"width: 714px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/wpLienemann1.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-133\" src=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/wpLienemann1-1024x768.jpg\" alt=\"Die H\u00fcrden rund um das Thema Tod niedrig halten: Bestatterin Gabriele Lienemann (rechts) und ihre Kollegin Sarah Schulz empfehlen, fr\u00fchzeitig \u00fcber die W\u00fcnsche f\u00fcr die eigene Bestattung nachzudenken. Foto: Ulrike Havermeyer\" width=\"714\" height=\"536\" srcset=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/wpLienemann1.jpg 1024w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/wpLienemann1-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 714px) 100vw, 714px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-133\" class=\"wp-caption-text\">Die H\u00fcrden rund um das Thema Tod niedrig halten: Bestatterin Gabriele Lienemann (rechts) und ihre Kollegin Sarah Schulz empfehlen, fr\u00fchzeitig \u00fcber die W\u00fcnsche f\u00fcr die eigene Bestattung nachzudenken. Foto: Ulrike Havermeyer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein Reiseb\u00fcro? Irgendwie schon. Aber irgendwie eben auch nicht. Wenn \u00fcberhaupt, dann geht es hier allerdings um eine sehr spezielle Art von \u00dcberfahrt. Eine Passage in eine andere Dimension. In eine bessere Welt? Oder f\u00fchrt die letzte aller Reisen doch eher ins Ungewisse?<\/p>\n<p><em>Wie redet man \u00fcber die eigene Beisetzung?<\/em><\/p>\n<p>Etwas betreten rutsche ich auf meinem Stuhl im B\u00fcro des Bestattungsunternehmens der Familie Lienemann in Alt-Lotte herum und bereite mich innerlich auf ein Gespr\u00e4ch vor, von dem ich mir eine gewisse Schwere erwarte: Reden \u00fcber den Tod. \u00dcber die Vorkehrungen f\u00fcr die eigene Bestattung. Wer \u00fcberwindet sich zu einem solchen Termin? \u201eInzwischen sogar ziemlich viele\u201c, sagt Bestatterin Gabriele Lienemann. Und versichert mir mit zuversichtlichem L\u00e4cheln, dass eine Unterhaltung \u00fcber die letzte Reise gew\u00f6hnlich alles andere als d\u00fcster verlaufe, sondern oft \u2013 ganz im Gegenteil, ziemlich befreiend und tr\u00f6stlich wirke.<\/p>\n<p><em>Ein zwangloser Besuch beim Bestatter des Vertrauens<\/em><\/p>\n<p>Kann man also einfach so, ohne konkreten Anlass und ganz zwanglos, auf einen Besuch beim Bestatter seines Vertrauens vorbei schauen? \u201eAber selbstverst\u00e4ndlich\u201c, sagt Gabriele Lienemann. Weil sie als geb\u00fcrtige Wersenerin f\u00fcr die meisten ja keine Unbekannte sei, erz\u00e4hlt die 48-J\u00e4hrige, komme es durchaus vor, dass sie beim Einkaufen im Dorf angesprochen werde: \u201aDu, Gaby \u2013 kann ich mal zu euch kommen, ich habe da noch was zu regeln\u2018. Sie l\u00e4chelt wieder. Es sei gut, sagt sie, die H\u00fcrden rund um das Thema Tod niedrig zu halten. \u201eWer ein Beratungsgespr\u00e4ch w\u00fcnscht oder sich ganz allgemein \u00fcber die M\u00f6glichkeiten einer Bestattung informieren m\u00f6chte, ruft am besten vorher an und vereinbart einen Termin.\u201c Im Ernstfall ist das Bestattungsunternehmen Lienemann rund um die Uhr zu erreichen. \u201eDa wir im Bereich der Gemeinden Lotte und Westerkappeln f\u00fcr den Polizeidienst zust\u00e4ndig sind \u2013 also zu t\u00f6dlichen Unf\u00e4llen oder ungekl\u00e4rten Todesf\u00e4llen gerufen werden\u201c, erkl\u00e4rt die Bestatterin, \u201esind wir jeden Tag in Bereitschaft.\u201c<\/p>\n<p><em>Feuer-, Erd- oder Seebestattung<\/em><\/p>\n<p>Schlichte Tongef\u00e4\u00dfe in gedeckten Farben. Edel verzierte Beh\u00e4lter aus schimmerndem Metall. Noch immer ein wenig befangen, sitze ich im Schatten einer gediegenen Regalwand. Hier, wo die aktuellen Urnenmodelle ausgestellt sind, erl\u00e4utern mir Gabriele Lienemann und ihre Kollegin Sarah Schulz die Details des nordrhein-westf\u00e4lischen Bestattungsgesetzes: Ein Verstorbener muss in NRW \u2013 fr\u00fchestens 48 Stunden und sp\u00e4testens zehn Tage nach seinem Tod \u2013 entweder als Leichnam in einem Sarg\u00a0auf einem Friedhof beigesetzt oder bei einer Feuerbestattung einge\u00e4schert werden. Die Beisetzung einer Urne muss nach NRW-Gesetz bis sp\u00e4testens 30 Tage nach der Ein\u00e4scherung geschehen und kann au\u00dfer auf einem Friedhof auch in einem Friedwald oder als Seebestattung in der Nord- oder Ostsee erfolgen.<\/p>\n<p><em>&#8222;Die Angeh\u00f6rigen mit einbeziehen&#8220;<\/em><\/p>\n<p>\u201eAuf dem Ibbenb\u00fcrener Hauptfriedhof gibt es au\u00dferdem ein muslimisches Gr\u00e4berfeld\u201c, berichtet Gabriele Lienemann, \u201eauf dem die Verstorbenen nach dem Ritus des Islam nur in T\u00fcchern beigesetzt werden.\u201c \u00dcberdies haben die Ibbenb\u00fcrener ein Aschefeld angelegt, auf dem die sterblichen \u00dcberreste der Toten anonym verstreut werden k\u00f6nnen. \u201eZul\u00e4ssig ist auf Antrag auch eine \u00dcberf\u00fchrung der Urne ins Ausland\u201c, f\u00e4hrt Lienemann fort. \u201eWer m\u00f6chte, kann seine Asche zum Beispiel \u00fcber den Alpen ausstreuen lassen.\u201c Fast wie bei der bunten Palette des Tourismus zu Lebzeiten, scheint es also auch bei der Wahl der letzten Reisem\u00f6glichkeit kaum Grenzen zu geben. Doch auch hier gilt: Wer die Reisebedingungen mitgestalten will, muss sich rechtzeitig informieren und seine Entscheidung entsprechend mitteilen. Zum Beispiel in Form einer Bestattungsverf\u00fcgung. \u201eH\u00e4ufig ergibt sich der passende Rahmen f\u00fcr die pers\u00f6nlichen Beisetzungsw\u00fcnsche ja erst im Laufe eines ausf\u00fchrlichen Vorsorgegespr\u00e4chs\u201c, sagt Sarah Schulz. \u201eMan sollte sich Zeit lassen, die Dinge \u00fcberdenken und m\u00f6glichst auch die Angeh\u00f6rigen mit einbeziehen.\u201c<\/p>\n<p><em>&#8222;Es ist egal, ob und welcher Religion ein Verstorbener angeh\u00f6rt&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Zur Klientel des Lotter Bestattungsunternehmens geh\u00f6ren Christen und Moslems, Mitglieder von Freikirchen und anderen Glaubensgemeinschaften sowie Atheisten. \u201eGanz egal, welcher Glaubensrichtung ein Verstorbener angeh\u00f6rt, ob er aus der Kirche ausgetreten oder gar nicht religi\u00f6s orientiert ist\u201c, sagt Gabriele Lienemann, \u201ewir sind f\u00fcr alle Angeh\u00f6rigen gleicherma\u00dfen da, bieten ihnen Hilfestellung und regeln je nach Wunsch die komplette oder einzelne Elemente der jeweiligen Bestattungszeremonie.\u201c Sie nickt entschieden. \u201eF\u00fcr die Hinterbliebenen\u201c, spricht sie aus Erfahrung, \u201eist es in all ihrer Trauer jedenfalls leichter, wenn der Verstorbene zu Lebzeiten mitgeteilt hat, wie er sich seine letzte Reise w\u00fcnscht.\u201c<\/p>\n<p><em>(Erschienen in: Neue Osnabr\u00fccker Zeitung, 20.01.2015; Westf\u00e4lische Nachrichten, 20.01.2015)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Reiseb\u00fcro? 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