{"id":1308,"date":"2014-12-22T09:24:24","date_gmt":"2014-12-22T08:24:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=1308"},"modified":"2018-12-27T16:52:11","modified_gmt":"2018-12-27T15:52:11","slug":"suesser-die-floeten-nie-klingen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=1308","title":{"rendered":"S\u00fc\u00dfer die Fl\u00f6ten nie klingen&#8230;"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1309\" aria-describedby=\"caption-attachment-1309\" style=\"width: 1500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Fl\u00f6ten1b.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1309\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-1309\" src=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Fl\u00f6ten1b.jpg\" alt=\"Egal wie gro\u00df oder klein die Gruppe \u2013 gemeinsam musizieren macht einfach Spa\u00df (von links): Clara (7 Jahre), Faina (7) und Xenia (7) \u00fcben mit Musiklehrerin Susanne Rothkegel-L\u00e4sche ihre Lieblings-Weihnachtslieder ein. Foto: Ulrike Havermeyer\" width=\"1500\" height=\"1306\" srcset=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Fl\u00f6ten1b.jpg 1500w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Fl\u00f6ten1b-300x261.jpg 300w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Fl\u00f6ten1b-768x669.jpg 768w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Fl\u00f6ten1b-1024x892.jpg 1024w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Fl\u00f6ten1b-1200x1045.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1309\" class=\"wp-caption-text\">Egal wie gro\u00df oder klein die Gruppe \u2013 gemeinsam musizieren macht einfach Spa\u00df (von links): Clara (7 Jahre), Faina (7) und Xenia (7) \u00fcben mit Musiklehrerin Susanne Rothkegel-L\u00e4sche ihre Lieblings-Weihnachtslieder ein. Foto: Ulrike Havermeyer<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Fr\u00fcher war mehr Lametta. Ganz klar. Und mehr Klangvolumen. Dreistimmig war Standard in den 80er Jahren. Vierstimmig keine Seltenheit. Um die 50 aufgeregte M\u00e4dchen und Jungen, manchmal wohl auch mehr als 60 \u2013 fluteten regelm\u00e4\u00dfig den Altarraum der evangelischen Kirche in Wersen mit ihren handlichen Instrumenten. Adventsfeiern, Weihnachtsgottesdienste, Krippenspiele \u2013 nichts und niemand war vor uns Fl\u00f6tenkindern sicher! Bei uns zuhause geh\u00f6rte das schr\u00e4g geblasene Fis zur Weihnachtszeit wie der Schnee, die zugefrorenen Wasserh\u00e4hne im Stall und die R\u00fcbenkrautpl\u00e4tzchen meiner Gro\u00dfmutter.<\/strong><\/p>\n<p>Zwischen Wollresten, Prickelunterlage und Wachsmalkreide entdecke ich in der Krimskrams-Schublade der Kommode unsere ausgediente Familien-Blockfl\u00f6te. Nur einmal die Uhr zur\u00fcckdrehen, denke ich, und mittendrin im polyphonen Chorzauber l\u00e4ngst vergangener Kindertage schwelgen. Weihnachten \u2013 genau die richtige Gelegenheit f\u00fcr eine Reise in die Vergangenheit. Aber Jutta Kiquio sorgt f\u00fcr Ern\u00fcchterung: \u201eWersen fl\u00f6tet nicht mehr\u201c, kl\u00e4rt mich die Pastorin auf. Und auch Kirchenmusikdirektor und Kreiskantor Martin Ufermann aus Westerkappeln bl\u00e4st ins gleiche Horn: \u201eDie Zeit der gro\u00dfen Kinderfl\u00f6tench\u00f6re ist vorbei.\u201c Allerdings: Seit beinahe 20 Jahren existiert in seiner Kirchengemeinde das \u201eFl\u00f6tenensemble\u201c, in dem rund 25 Erwachsene proben \u2013 und, betont Ufermann, auch Gottesdienste mit gestalten. \u201eSingen liegt aber zurzeit viel eher im Trend: vor allem Gospel und Pop.\u201c Unbeirrt ob solcher Prognosen mache ich mich, das Fl\u00f6tenm\u00e4ppchen in der Hand, auf den Weg zur privaten Musikschule von Birgit Lindlage in der alten Westerbecker M\u00fchle: wenn nicht Kirchenchor, dann eben Hausmusik.<\/p>\n<p><em> In famili\u00e4rer Atmosph\u00e4re<\/em><\/p>\n<p>Claras hohes E klingt lupenrein. Richtig sch\u00f6n h\u00f6rt sich das an. Und wenn Faina und Xenia in den Refrain von \u201eJingle Bells\u201c einstimmen, dann merkt man, dass auch drei zarte Sopranstimmen eine intensive Atmosph\u00e4re schaffen k\u00f6nnen. Seit einem guten Jahr lernen die Siebenj\u00e4hrigen bei Susanne Rothkegel-L\u00e4sche, wie sie ihrer Blockfl\u00f6te die richtigen T\u00f6ne entlocken. Die Gr\u00f6\u00dfe der Gruppen ist sowohl in der Musikschule \u201eMusaik\u201c wie auch bei \u201ePro Musica\u201c, der privaten Musikschule von Veronika Hoffst\u00e4dt, eher \u201efamili\u00e4r\u201c. Genauso wie die Stimmung. War der Unterricht zu meiner Kinderzeit von einer Art \u201esanfter Disziplin\u201c gepr\u00e4gt, geht es heute viel mehr um das gemeinsame Gesamterlebnis.<\/p>\n<p><em>Wiedereinsteigerfreundliche Melodien<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Auf dem Notenst\u00e4nder haben Clara, Faina und Xenia \u201eIhr Kinderlein kommet\u201c aufgeschlagen. Susanne Rothkegel-L\u00e4sche gibt den Einsatz \u2013 und wir legen los. Zuversichtlich lavieren wir uns durch Viertel- und Achtelnoten. Die Melodiestimme ist anf\u00e4nger- und wiedereinsteigerfreundlich: kein Fis und kein B \u2013 herrlich. Hier bin ich richtig!<\/p>\n<p><em>Lampenfieber und Vorfreude<\/em><\/p>\n<p>\u201eJetzt mal zweistimmig\u201c, schlagen die M\u00e4dchen vor. Die Musiklehrerin nickt. Ich starre etwas ratlos auf die mir unbekannte Tonfolge. \u201eJeder \u00fcbernimmt die Stimme, die er mag\u201c, sagt Susanne Rothkegel-L\u00e4sche. Gl\u00fcck gehabt. Es folgt \u201eLasst uns froh und munter sein\u201c (mit punktierten Viertelnoten), \u201eJoseph, lieber Joseph mein\u201c (im Sechs-Achtel-Takt) und \u201eOh, Tannenbaum\u201c (B statt H). Mit jeder Strophe, die wir musizieren, wird es uns f\u00fcnf kleinen und gro\u00dfen Fl\u00f6tenspielern weihnachtlicher ums Herz. Am Heiligen Abend, verraten wir einander, werden wir unseren Familien das Warten auf die Bescherung musikalisch verk\u00fcrzen. Ein bisschen Lampenfieber und ganz viel Vorfreude pulsiert durch unsere Adern. Fast wie fr\u00fcher.<\/p>\n<p>(Erschienen: Neue Osnabr\u00fccker Zeitung, 22.12.2014; Westf\u00e4lische Nachrichten, 23.12.2014)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fcher war mehr Lametta. Ganz klar. Und mehr Klangvolumen. Dreistimmig war Standard in den 80er Jahren. Vierstimmig keine Seltenheit. 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