{"id":1261,"date":"2016-11-02T12:04:57","date_gmt":"2016-11-02T11:04:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=1261"},"modified":"2019-01-03T21:04:24","modified_gmt":"2019-01-03T20:04:24","slug":"14-zeigefinger-126-saiten-musik","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=1261","title":{"rendered":"14 Zeigefinger + 126 Saiten = Musik!"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1262\" aria-describedby=\"caption-attachment-1262\" style=\"width: 1500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Harfe2b.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1262\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-1262\" src=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Harfe2b.jpg\" alt=\"Bereits nach wenigen Minuten k\u00f6nnen auch &quot;musikalische Analphabeten&quot; auf der Veeh-Harfe m\u00fchelos die ersten Melodien spielen. Foto: Ulrike Havermeyer\" width=\"1500\" height=\"1059\" srcset=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Harfe2b.jpg 1500w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Harfe2b-300x212.jpg 300w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Harfe2b-768x542.jpg 768w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Harfe2b-1024x723.jpg 1024w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Harfe2b-1200x847.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1262\" class=\"wp-caption-text\">Bereits nach wenigen Minuten k\u00f6nnen auch &#8222;musikalische Analphabeten&#8220; auf der Veeh-Harfe m\u00fchelos die ersten Melodien spielen. Foto: Ulrike Havermeyer<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Zuerst ziemlich unsicher, dann immer mutiger \u2013 und schlie\u00dflich mit feurigen Enthusiasmus zupfen wir drauflos: Gemeinsam mit einem halben Dutzend musikbegeisterter Mitstreiterinnen lerne ich bei Pro-Musica-Leiterin Veronika Hoffst\u00e4dt die Veeh-Harfe zu spielen.<\/strong><\/p>\n<p>Sieben Frauen, zusammen 14 Zeigefinger. Sieben Basis-Veeh-Harfen, zusammen 126 Saiten. \u201eIhr k\u00f6nnt euch gar nicht vorstellen, wie viel Herzklopfen ich habe\u201c, fl\u00fcstert Brigitte Herden und starrt auf das h\u00f6lzerne Instrument, das da vor ihr auf dem Tisch wartet. Oh, doch: Dieses mulmige Gef\u00fchl, der uns noch g\u00e4nzlich fremden Veeh-Harfe wenn \u00fcberhaupt, dann allenfalls schr\u00e4ge T\u00f6ne und verknarzte Melodien zu entlocken \u2013 das kann hier wohl jeder nachvollziehen. Sehr gut sogar. Denn genau wie Brigitte Herden sind die meisten Teilnehmerinnen, die nicht blo\u00df aus Westerkappeln, sondern auch aus Lotte und Osnabr\u00fcck gekommen sind, was das Lesen von gedruckten Noten angeht, musikalische Analphabeten. Vorkenntnisse? Fehlanzeige. Was uns eint ist die Tatsache, dass wir in unserer Biografie bisher noch nicht das passende Instrument gefunden haben, das uns sicher und entspannt in die Welt der klingenden Harmonien gef\u00fchrt h\u00e4tte.<\/p>\n<p><em>Ein Wanderweg ins Reich der Musik<\/em><\/p>\n<p>Sieben Frauen, zusammen 14 Zeigefinger. Sieben Basis-Veeh-Harfen, zusammen 126 Saiten. \u201eAuf diesem Instrument k\u00f6nnt ihr gar nicht falsch spielen\u201c, beruhigt uns Veronika Hoffst\u00e4dt und verteilt \u2026 tats\u00e4chlich: Notenbl\u00e4tter! Brigitte Herden zuckt leicht zusammen. Aber statt Violinenschl\u00fcssel und strengem Zeilenraster schl\u00e4ngelt sich lediglich eine zarte Linie \u00fcber die Seite. Wie ein ausgewiesener Wanderweg m\u00e4andert die Markierung in munteren B\u00f6gen und abrupten Kurven von oben links nach unten rechts \u00fcber das Papier. In regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden zieren sie mal gro\u00dfe, mal kleinere schwarze Punkte. Musikp\u00e4dagogin Veronika Hoffst\u00e4dt erkl\u00e4rt uns, wie wir das speziell f\u00fcr die Veeh-Harfe gestaltete Notenblatt so zwischen dem Corpus des Instruments und seinen 18 Saiten positionieren, dass wir uns bei unserer Reise ins Land der Musik problemlos an ihm orientieren k\u00f6nnen. Das Entscheidende: Jeder schwarze Klecks muss genau unter der entsprechenden Saite zu liegen kommen.<\/p>\n<p><em>Ein Instrument f\u00fcr Alt und Jung<\/em><\/p>\n<p>Entwickelt wurde die Veeh-Harfe 1992 von dem bayerischen Landwirt Hermann Veeh. Um seinem mit der Trisomie 21 geborenen Sohn zu erm\u00f6glichen, auch ohne Kenntnisse des Notensystems das Spielen eines Instruments zu erlernen, konstruierte er das Zupfinstrument auf der Grundlage der Akkordzither. Gespielt wird die kleine Harfe, je nach Lust und Laune, mit einem oder beiden Zeigefingern. Sie hat nicht nur Veehs Sohn \u00a0den Weg in die Musik geebnet, sondern wird mittlerweile seit Jahren ebenfalls im Bereich der Musikp\u00e4dagogik und -therapie, der Senioren- und der Sozialarbeit eingesetzt.<\/p>\n<p><em>Vorkenntnisse nicht erforderlich<\/em><\/p>\n<p>Auch in der Westerkappelner Musikschule Pro Musica geht es jetzt los: Veronika Hoffst\u00e4dt gibt den Einsatz \u2013 und wir zupfen uns an der Linie entlang durch den Kleinen Gipfelst\u00fcrmer. \u201eDas h\u00f6rt sich ja an wie Musik\u2026!\u201c, murmelt Brigitte Herden ganz fasziniert und sch\u00fcttelt ungl\u00e4ubig den Kopf \u00fcber die zarte, lupenrein klingende Melodie, die wir bereits bei unserem ersten Versuch zustande bringen. Veronika Hoffst\u00e4dt l\u00e4chelt und nickt: \u201eBesonders f\u00fcr Personen, die keinerlei instrumentelle Erfahrungen haben, ist die Veeh-Harfe pr\u00e4destiniert, um schnell gemeinsam ins Musizieren zu kommen.\u201c Sie reicht uns das n\u00e4chste Notenblatt: Himmel und Erde m\u00fcssen vergeh\u2018n. Ein alter Kanon, den wir \u2013 nun schon vertrauter mit dem Konzept des Instruments, auf Anhieb mehrstimmig spielen. \u201eIch war selten von etwas so begeistert\u201c, gibt Musikneuling Beate Kreuzberger unumwunden zu und spricht ihren Kolleginnen aus der Seele.<\/p>\n<p><em>\u201eWir k\u00f6nnen auftreten\u201c<\/em><\/p>\n<p>Sieben Frauen, zusammen 14 Zeigefinger. Sieben Basis-Veeh-Harfen, zusammen 126 Saiten. Gemeinsam ergibt das ein Klangvolumen, das einen ganzen Saal m\u00fchelos f\u00fcllen w\u00fcrde, und eine Harmonie, die nicht nur die Instrumentalistinnen selbst, sondern auch die Zuh\u00f6rer verbl\u00fcfft. \u201eWir k\u00f6nnen auftreten\u201c, fasst Svenja N\u00fcrnberger den unerwarteten Lernerfolg nach nur 60 Minuten \u00dcbungszeit in entschlossene Worte. Veronika Hoffst\u00e4dt schmunzelt zufrieden. Ihr sei es am Wichtigsten, betont sie, dass die Teilnehmerinnen vor allem m\u00f6glichst schnell m\u00f6glichst viel Spa\u00df am gemeinsamen Musizieren bek\u00e4men und dessen entspannende und bereichernde Wirkung f\u00fcr sich entdeckten.<\/p>\n<p><em>Das erste Solo-Konzert<\/em><\/p>\n<p>Und das anf\u00e4nglich so mulmige Gef\u00fchl von Brigitte Herden? Es hat sich l\u00e4ngst in reines Wohlbefinden verwandelt: Mit einem triumphierenden Blick verstaut sie die Veeh-Harfe im Transportkoffer. \u201eAlso, wenn ich gleich nach Hause komme \u2026\u201c, deutet die Westerkappelnerin voller Vorfreude an \u2013 und malt sich in Gedanken bereits das erste Solo-Konzert aus, mit dem sie ihren Mann Werner dann unverz\u00fcglich begl\u00fccken wird.<\/p>\n<p><em>(Erschienen in: Neue Osnabr\u00fccker Zeitung, 26.10.2016)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zuerst ziemlich unsicher, dann immer mutiger \u2013 und schlie\u00dflich mit feurigen Enthusiasmus zupfen wir drauflos: Gemeinsam mit einem halben Dutzend musikbegeisterter Mitstreiterinnen lerne ich bei Pro-Musica-Leiterin Veronika Hoffst\u00e4dt die Veeh-Harfe zu spielen. 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