{"id":1248,"date":"2016-10-21T10:32:39","date_gmt":"2016-10-21T08:32:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=1248"},"modified":"2016-10-21T10:32:39","modified_gmt":"2016-10-21T08:32:39","slug":"sattelfest-zur-silbermedaille","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.havermeyer.de\/?p=1248","title":{"rendered":"Sattelfest zur Silbermedaille"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1249\" aria-describedby=\"caption-attachment-1249\" style=\"width: 1500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Dally1b.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1249\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-1249\" src=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Dally1b.jpg\" alt=\"Bereits im Alter von drei Jahren hat Carolin Schnarre den Reitsattel als Lieblingsplatz f\u00fcr sich entdeckt. Mit ihrem Pferd Del Rusch hat sie jetzt bei den Paralympics in Rio die Silbermedaille im Dressurreiten gewonnen. Foto: Ulrike Havermeyer\" width=\"1500\" height=\"1090\" srcset=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Dally1b.jpg 1500w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Dally1b-300x218.jpg 300w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Dally1b-768x558.jpg 768w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Dally1b-1024x744.jpg 1024w, http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Dally1b-1200x872.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1249\" class=\"wp-caption-text\">Bereits im Alter von drei Jahren hat Carolin Schnarre den Reitsattel als Lieblingsplatz f\u00fcr sich entdeckt. Mit ihrem Pferd Del Rusch hat sie jetzt bei den Paralympics in Rio die Silbermedaille im Dressurreiten gewonnen. Foto: Ulrike Havermeyer<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen hat Carolin Schnarre aus Lotte bei den Paralympics in Rio die Mannschafts-Silbermedaille im Dressurreiten gewonnen. Die fast blinde Reiterin f\u00fchlt sich im Sattel wie zuhause \u2013 und das seit mehr als zwanzig Jahren.<\/strong><\/p>\n<p>Ein leises Wiehern. Das Stroh raschelt. Mit neugierigem Schnaufen wendet sich Del Rusch der T\u00fcr in seiner Stallbox zu. Herein schaut seine Reiterin Carolin Schnarre, den Dressursattel in der Hand. Das lederne Reitutensil k\u00fcndigt allerdings mitnichten die n\u00e4chste schwei\u00dftreibende Trainingsstunde f\u00fcr den dunkelbraunen Wallach mit dem leuchtend wei\u00dfen Stern auf der Stirn an, sondern soll lediglich mit auf das nun bevorstehende Foto: als Lieblingsplatz von Carolin Schnarre, der Mannschafts-Silbermedaillen-Gewinnerin im Dressurreiten bei den diesj\u00e4hrigen Paralympics in Rio.<\/p>\n<p><em>Vorl\u00e4ufiger Karriereh\u00f6hepunkt<\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr die 24-J\u00e4hrige bedeutet ihr Erfolg in der s\u00fcdamerikanischen Metropole \u2013 Silber mit der Mannschaft und zweimal F\u00fcnfte in der Einzelwertung \u2013 den vorl\u00e4ufigen H\u00f6hepunkt in ihrer ungew\u00f6hnlichen Karriere auf dem Pferder\u00fccken. Del Rusch hat sich durch seine vorbildlichen Leistungen bei den Paralympics vor allem eine komfortable Auszeit verdient: Er genie\u00dft sichtlich die nur leichte Arbeit und die vielen faulen Stunden auf der Weide der Pferdepension Schultenhof, bevor das Training in ein paar Wochen auch f\u00fcr ihn wieder beginnt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1250\" aria-describedby=\"caption-attachment-1250\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Carolin1.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1250\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1250\" src=\"http:\/\/www.havermeyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Carolin1-300x200.jpg\" alt=\"Eine ganz besondere Atmosph\u00e4re: Carolin Schnarre und Del Rusch bei ihrem Auftritt im Olympiastadion in Rio. 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Foto: Kerstin Schnarre<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>\u201eJeder Tag ein Abenteuer\u201c<\/em><\/p>\n<p>\u201eEs war sehr sch\u00f6n, aber auch sehr anstrengend in Rio\u201c, beschreibt Carolin Schnarre mit einem erleichterten Seufzen die zweieinhalb Wochen sportlichen Ausnahmezustand in der Stadt am Fu\u00dfe des Zuckerhuts. Das Leben im olympischen Dorf \u2013 das Quartier der deutschen Reiterinnen befand sich in einem 18-st\u00f6ckigen Geb\u00e4ude auf dem weitl\u00e4ufigen Olympiagel\u00e4nde \u2013 \u201edas war schon so ein bisschen wie Jugendherberge\u201c, schmunzelt die Lotteranerin. \u201eJeden Morgen sind wir mit dem Bus zum Stall gebracht worden\u201c, berichtet sie. \u201eMal hat die Fahrt eine halbe Stunde gedauert, mal anderthalb Stunden. Jeder Tag war ein Abenteuer.\u201c Ihre Mutter Kerstin, ausgebildete Reitlehrerin, hat Del Rusch als Pferdepflegerin begleitet und mit den anderen Grooms in der N\u00e4he der Stallungen gewohnt. Welcher Eindruck wird bleiben von Rio? \u201eDie vielen Menschen im Stadion, der Applaus \u2013 das war eine ganz besondere Atmosph\u00e4re.\u201c<\/p>\n<p><em>Folgenschwerer Gendefekt<\/em><\/p>\n<p>Das Reiten hat Carolin Schnarre schon als kleines M\u00e4dchen f\u00fcr sich entdeckt: \u201eMit drei Jahren habe ich Chippy, mein erstes Pony, bekommen\u201c, erinnert sie sich. Damals hatte sie noch ihre volle Sehkraft und ahnte nichts von dem Gendefekt, der ihr im Alter von 18 Jahren das Augenlicht bis auf drei Prozent nehmen w\u00fcrde. \u201eMeine Mutter ist damals voran geritten\u201c, erz\u00e4hlt sie, \u201eund Chippy und ich sind einfach hinter ihr her getrabt \u2013 so habe ich Reiten gelernt.\u201c Als sie 16 Jahre alt war, nahm Carolin Schnarre erfolgreich an Dressurpr\u00fcfungen der Klasse M (Mittelschwer) und Springpr\u00fcfungen der Klasse S (Schwer) teil. Dann lie\u00df pl\u00f6tzlich ihre Sehkraft nach. Nach einem l\u00e4ngeren Krankenhausaufenthalt stand fest, dass sich das verlorene Augenlicht nicht wieder herstellen lassen w\u00fcrde.<\/p>\n<p><em>Ein Sattel gibt Halt \u2026<\/em><\/p>\n<p>Ihr Lieblingsplatz auf dem R\u00fccken der Pferde hat Carolin Schnarre auch in dieser Zeit Halt gegeben. \u201eWeil ich ohne zu sehen die Springreiterei nicht weiter betreiben konnte\u201c, sagt sie, \u201ehabe ich mich auf das Dressurreiten spezialisiert.\u201c Mit ungebrochenem Erfolg: 2014 gewann sie bei der Para-Weltmeisterschaft mit der Mannschaft die Bronzemedaille und belegte in der Einzelwertung die Pl\u00e4tze f\u00fcnf und sieben. Von der Europameisterschaft 2015 brachte die ausgebildete Pferdewirtin drei Bronzemedaillen mit: zwei in der Einzel- und eine in der Mannschaftswertung. Au\u00dferdem ist sie amtierende Deutsche Meisterin bei den Para-Reiterinnen in der Dressur.<\/p>\n<p><em>Die n\u00e4chste Herausforderung<\/em><\/p>\n<p>W\u00e4hrend Del Rusch gem\u00fctlich am Heu herum knabbert und seinen lauen Lenz genie\u00dft, wartet auf seine Reiterin bereits die n\u00e4chste Herausforderung: \u201eAm 16. November nehme ich bei den German Masters in Stuttgart an der gro\u00dfen Hengstquadrille der Landesgest\u00fcte teil\u201c, freut sie sich schon. Ihren Dressursattel mit der Rio-Erfahrung l\u00e4sst sie dann allerdings in der Sattelkammer des Lotteraner Schultenhofs zur\u00fcck. \u201eBei den Landesgest\u00fcten hat jedes Tier seinen eigenen Sattel\u201c, sagt sie, klopft ihrem braunen Wallach den Hals und schlie\u00dft zufrieden die Stallt\u00fcr.<\/p>\n<p><em>(Erschienen in: Neue Osnabr\u00fccker Zeitung, 19.10.2016)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen hat Carolin Schnarre aus Lotte bei den Paralympics in Rio die Mannschafts-Silbermedaille im Dressurreiten gewonnen. 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